Montagsfrage #16

Einen wunderschönen guten Morgen,

willkommen zu dem Tag, an dem ich feststelle, dass man auch von zu viel Lesen einen Kater kriegen kann. Nach dem Readathon gab es ja auch noch das BingereadingDE von Leselurch und … Effi, bei der ich nicht weiß, welchen Blog sie hat. Wie dem auch sei, um das Hirn wieder wach zu kriegen, schnell die Montagsfrage vom Buchfresserchen.

 

Führst du Leselisten (egal welcher Art)? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Wie sehen diese Listen aus?

Jein. Also natürlich hab ich die mehr oder weniger obligatorische Leseliste bei Goodreads, die ich auch abgöttisch liebe, auch wenn sie hier und da mal Bücher unterschlägt, obwohl man sie als gelesen markiert hat, und dann wiederum Bücher zu viel angibt, ohne dass es zeigt, welches Buch das nun wäre, damit man es vom Stapel schmeißen kann – so geht es mir gerade. Es zeigt chronisch ein Buch zu viel bei der Jahreschallenge an, aber nur in Zahlen. Wenn man sich alle Bücher mit Cover anzeigen lässt, sind es eines weniger. Merkwürdig.

Und dann habe ich im Januar angefangen, eine GoogleDocs-Tabelle mit gelesenen Fanfictions zu führen, um einfach auch da die Übersicht über gelesene Wörter und damit umgerechnet gelesene Seiten zu behalten (Und nichts doppelt zu lesen). Aber ich bin gescheitert. Mal ehrlich, wenn ich nachts auf dem Handy noch schnell was lese, dann setz ich mich doch nicht noch mal hin, fahr den Computer hoch, und trag den Text in die Tabelle ein. Und morgens find ich die Geschichte dann nicht wieder, weil mittlerweile 300 neue Tumblr-Einträge davor stehen. Also hab ich mittlerweile aufgegeben.

Ich würde unglaublich gern Listen führen. Oder wenigstens bei Goodreads spezielle Regale für verschiedene Genres anlegen. Das könnte man so schön auswerten und Statistiken anlegen und mein Soziologenherz hüpft beim Gedanken, was für tolle Grafiken man damit kreieren könnte. Oder sich ausrechnen, welche Faktoren dazu führen, dass ein Buch weniger lang auf dem SUB liegt. Aber ich bin schlicht und ergreifend stinkend faul und brauche alles entweder automatisiert oder ich tu es nicht, solange es nicht meine Pflicht oder Erwerbsarbeit ist. Der Perfektionismus, der mich immer quält, hört auf, sobald ich nicht mehr an Dingen arbeite, die für die Karriere wichtig sind. Und ich schäme mich ein wenig dafür. Es gibt so wunderschön gestaltete Lesejournale. Mental Health-Bullet Journals. Oder wenigstens SUB-Gläser. All das fang ich an, weil ich die Idee dahinter unglaublich schön finde, und nach zwei Tagen lässt die Euphorie nach, ich merke, wie viel Arbeit dahinter steckt, und lass es sein.

Also bleiben Goodreads und ich wohl beste Freunde, während ich leise wimmernd all die schönen Dinge bei Instagram sehe, die man mit Leselisten tun kann.

 

Führt ihr Leselisten?

Montagsfrage #15

 

Guten Morgen, alle schon ausgeschlafen?

Nach 14 langen Tagen gibt es heute endlich wieder eine Montagsfrage des Buchfresserchens.

 

Montagsfrage: Das erste Quartal des Jahres ist fast vorüber, wie viel hast du schon gelesen und welche Bücher sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Naja, das zweite Quartal fing ja eigentlich schon am ersten April an, aber ich nehme mal an, dass wir vom Drittel sprechen. Dann habe ich in der Zeit 63 Bücher geschafft. Nein, keine Sorge, das ist auch für mich nicht normal. Aber ich hab jetzt seit 4 Monaten nichts zu tun, als ab und an eine Bewerbung zu schreiben, wenn es mal eine Stellenanzeige gibt, für die ich qualifiziert bin, und auf meine letzte Prüfung an der Uni zu warten – Freitag *bibber*. Deren Termin stand auch lange nicht fest, so dass ich durchgängig auf heißen Kohlen saß, aber gleichzeitig nichts zu tun hatte. Und damit ich nicht ganz in Depressionen versinke, weil ich nichts mit mir anzufangen weiß, habe ich eben viel gelesen. Sobald ich einen Job habe, wird das wohl (leider) auch weniger.

Im Gedächtnis geblieben sind mir oft die Bücher, die ich einfach nur furchtbar fand, da ich mich leichter an negative Gefühle erinnere und einige wirklich schlechte Bücher dieses Jahr dabei waren. Aber positiv im Gedächtnis geblieben sind mir diese hier:

Ein Buchladen zum VerliebenDer Maik-Tylor verträgt kein Bio - Neues aus dem Alltag einer FamilienpsychologinDie Insel der besonderen KinderFantastic Beasts and Where to Find Them: The Original Screenplay

 

Ich hatte noch ein paar andere Bücher mit 5 Sternen, aber die hier sind mir noch am Präsentesten. Und natürlich kann ich sie jedem empfehlen.

 

Wie viele Bücher habt ihr dieses Jahr schon gelesen und welche haben euch da am besten gefallen?

Montagsfrage #14

 

Auch heute geht die Woche wieder mit einer Frage vom Buchfresserchen los. Heute:

Welches Buch hast du zuletzt deiner Wunschliste hinzugefügt und wie bist du darauf aufmerksam geworden?

Um ehrlich zu sein, führe ich keine so strenge Wunschliste, wie andere das tun. Ich hab sie zwar in den vergangenen Wochen auch zum Teil meines Blogs gemacht, aber als vollständig kann man sie kaum bezeichnen. Immer wieder sehe ich irgendwo Bücher, bei denen ich denke, dass ich sie haben will. Und weil ich gerade nur am Handy online bin, bin ich zu faul, sofort den Blog zu stürmen und meine Wunschliste zu aktualisieren. Ich denke mir, dass ich das ja so schnell nicht vergessen werde. Und dann tu ich es doch.

Oder es ist, wie mit meinem tatsächlich neuesten ‚Will haben‘-Buch. Bei Ghostsitter Band 4 weiß ich genau, dass ich es rund um den Erscheinungstag eh kaufen werde und mich da nicht einmal ein bestehendes Kaufverbot aufhalten könnte – was ich zum Glück gerade eh hinter mir gelassen habe.

BildergebnisAber wenn ich es eh selbst kaufen will und das unter keinen Umständen vergessen werde, warum dann auf die Liste schreiben, ist sie doch eher eine Schenkanleitung für meine Familie für Geburtstag und Weihnachten, sowie ein Gesuch für Blogger, die das jeweilige Buch vielleicht gebraucht loswerden wollen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das letzte Buch, bei dem ich dachte „Das muss ich haben“, war
Ghostsitter, worauf ich deshalb gestoßen bin, weil neulich die Frage war, auf welche Neuerscheinung man sich noch freut. Ich hab keinen Überblick über Neuerscheinungen und lese im Schnitt eher Altes, also hab ich etwas recherchiert und festgestellt, dass eine meiner Lieblingsreihen schon nächsten Monat weitergeht.

Das letzte, das ich tatsächlich auf die Wunschliste (damals noch als Facebooknotiz) geschrieben habe, weiß ich hingegen leider nicht mehr. Das war ein ganzer Schwung nach dem Leserpreis von Lovelybooks, unter anderem „Spock und Ich“ von William Shatner.

 

Und was ist euer neuestes Wunschbuch?

Montagsfrage #13

 

Guten Morgen und willkommen zur Montagsfrage. Das Wetter draußen ist von sonnig schlagartig zu deprimierend gewechselt, also perfekt, um sich mit einem Buch zu verkriechen. Doch welches, hm?

Habt ihr besondere Vorlieben bei den Themen in euren Büchern (Prinzen, Reisen, Märchen etc.) oder achtet ihr da gar nicht drauf?

Schwierige Frage. Ich glaube so das gemeinsame Thema haben meine Bücher nicht, aber es gibt ein paar Richtungen, die ich gerne mag.

  • „Ich erzähl euch aus meinem Leben“. Humorvolle Nonfiction, ob es nun die lustigsten Ereignisse einer Lehrerin, Familienpsychologin, Gynäkologin, oder eines Rettungssanitäters oder Bestatters sind, liebe ich. Einerseits weil humorvolle Anekdoten immer toll sind und man solche Bücher auch gerne mal nach einem Kapitel wieder weglegen und sie zwischendurch zur Auflockerung lesen kann. Andererseits aber auch, weil ich glaube, dass sie ein wenig den Horizont erweitern. Oft genug lerne ich da etwas. Ob es nun neue Begriffe sind, oder die Entmystifizierung einer urbanen Legende. Manchmal bietet so ein Buch auch einfach nur gute Lektionen in Menschlichkeit oder Einblicke dort hin, wo die Gesellschaft noch weit von Perfektion entfernt ist, wo es aber niemand sieht, der nicht betroffen ist. In jedem Fall sind diese Bücher immer gut, um etwas Neues zu lernen.
  • Gesellschaftskritische, aber humorvolle Fantasy. Oder mit anderen Worten: Die Scheibenwelt. Zumindest habe ich bisher noch keine weitere Fantasy gefunden, die das so vermengt. Ich mag Düsteres nur sehr ungern, mag aber, wenn Lustiges nicht flach ist, sondern zum Nachdenken anregt.
  • Zauberlehrlinge, oder Leute, die erst in ihre Macht reinwachsen müssen. Ob das nun Harry Potter ist, Ceony aus Paper Magician, Mara aus Mara und der Feuerbringer, Tom, der in Ghostsitter erst lernen muss, dass es Untote gibt und er mit seiner Bande selbiger verbunden ist – und vielleicht die Telepathie abschalten sollte, wenn er darüber nachdenkt, dass Geistermädchen Mimi nett und hübsch ist -, all das mag ich sehr gern. Einfach, dass Helden, am liebsten noch etwas unwillig, erst einmal ihre Kräfte kennen lernen müssen, und sich dabei, wenn möglich, auch noch erstmal auf die Klappe legen, auf gut Deutsch.

 

Und welche Themes liebt ihr bei Büchern?

Montagsfrage #12 – aka Dienstagsfrage

 

Heute einen Tag zu spät und mit einer offenen Frage, die man aus der Liste alter Fragen vom Buchfresserchen aussuchen kann.

 

Gibt es ein Genre, das du noch nicht gelesen hast?

Ja, sogar einige. Zunächst einmal Erotica. So gar nicht meins, mich nerven schon unnötige Sexszenen in Romanzen, Fantasy und Co. Ja, ich weiß, Erotica wird nicht als Pornografie gesehen, aber ich weiß nicht, wo der Unterschied sein soll. Ich habe gegen beides generell nichts. Wenn jemand das lesen oder anschauen möchte, bitte. Ich glaube nicht, dass man damit ein schlechterer Mensch ist, das nicht. Es interessiert mich persönlich nur einfach nicht und ich fände es eigentlich schöner, könnte diese Gesellschaft ihren Sexualtrieb mal weitestgehend unterdrücken. Triebe sind in meinen Augen etwas, was dem rationalen Denken entgegensteht und daher bekämpft oder nur in logischem Maße verfolgt gehört. Aber solange man mich nicht damit nervt, ist mir alles recht.

Dann sind da reine Krimis oder Thriller. Krimis mit Fantasyelementen wie bei Aaronovitch sind kein Problem, aber Bücher, die nach außen hin weder Fantasy, noch Humor andeuten, sind einfach nicht meins. Ich brauche entweder Witz oder Drachen, Zwerge und Co. Die Welt an sich ist schon furchtbar genug, darüber muss ich nichts lesen. Im Gegenteil, Bücher sollen für mich eine Flucht aus dieser Welt hin in eine Schönere sein. Gleiches gilt, wenn es um Horror geht.

Und dann noch nicht gelesen, weil ich einfach noch keine gefunden habe, hab ich Utopien. Gibt es überhaupt welche? Gut, man könnte hier vielleicht Star Trek dazuzählen, aber bei Star Trek liegt der Fokus doch sehr auf der Charakterdynamik und den Abenteuern, nicht darauf, wie man eine perfekte Gesellschaft baut, in der alle glücklich sind, ohne unterdrückt oder dumm gehalten zu werden. Ich kann mir aber vorstellen, dass es das einfach nicht gibt. Wären wir in der Lage, eine Welt zu erdenken, in der das wirklich klappt, in der wirklich alle glücklich und gleichberechtigt sind, dann hätten wir das sicher längst auch in der Realität umgesetzt, oder?

Zudem habe ich noch keine Graphic Novels gelesen. Außer ihr zählt Asterix dazu, aber ich nehme doch an, dass Graphic Novels länger sind als die 40 Seiten Asterix. Hier hab ich aber schon einen im Blick, den ich gern in nächster Zeit lesen möchte.

 

Und wie ist das mit euch? Welche Genres habt ihr noch nicht gelesen? Und wollt ihr das nachholen?

 

Montagsfrage #11/2017

 

Guten Morgen und willkommen zu einer – viel zu früh startenden – neuen Woche, die auch diesmal wieder mit der Frage vom Buchfresserchen losgeht.

 

Was war dein letzter Re-Read, bzw. welches gelesen Buch hast du zuletzt erneut gelesen?

 

Das ist leicht, denn ich lese gerade konstant, wieder und  wieder meine Masterarbeit, um sie bei meiner Verteidigung dann auch über die kurzen Folien meiner Präsentation hinaus im Kopf zu haben. Und mit ihren 90 Seiten (ohne digitalen Anhang von nochmal ähnlich vielen Seiten und zusätzlich Dutzenden JPEGs voll Tabellen) fand ich sie lang genug, um sie bei Goodreads einzutragen. Für so lange Schreib- und Korrekturarbeit wollte ich wenigstens ein Buch mehr in meiner Jahreschallenge haben.

Die Rereads trage ich aber diesbezüglich nicht ein, das wäre mir dann doch ein bisschen zu viel im Grauzonenbereich meines eigenen Moralempfindens herumgegeistert.

 

Abseits der MA bin ich mir nicht völlig sicher. Aus Recherchezwecken für ein RPG lese ich immer wieder einzelne Kapitel aus den Harry Potter-Romanen nach. Und bei kompletten Rereads weiß ich nicht, ob Mara und der Feuerbringer zum Kinostart zuletzt war, oder ob Marc-Uwe Klings Känguru-Chroniken der letzte vollständige Reread waren. Leider gibt es die Funktion bei Goodreads ja noch nicht so lange. Beides wird aber sicher noch häufiger von mir gelesen werden.

 

Und was war euer letzter Reread?

Montagsfrage #10/2017

 

Auch heute starten wir mit der Frage vom Buchfresserchen in die neue Blogwoche, bevor nachher zwei Rezensionen kommen. Dabei wird das heute wieder etwas, bei dem ich erst etwas bei Goodreads in meinen Regalen wühlen und recherchieren muss.

Würdest du sagen, dass du beim Buchkauf einen bestimmten Coverdesign-Stil bevorzugst?

Mein erster Gedanke ist dabei, dass ich zumindest ausschließen kann, was ich so gar nicht mag und worum ich auch einen breiten Bogen mache. Das sind Bücher mit irgendwelchen Liebespaaren drauf, die nicht einmal stilisiert oder gezeichnet sind, sondern von denen ein wirkliches Foto genommen wurde. Für mich ist das im Hinterkopf immer noch mit Groschenromanen verbunden. Es mag sein, dass es da auch gute Werke drunter gibt, ’never judge a book by it’s cover‘, zumal in letzter Zeit vermehrt ebensolche in Rezensionen anderer Blogs auftauchen, aber mir läuft es dann allein beim Anblick kalt den Rücken herunter und ich hab das Gefühl, mich desinfizieren zu müssen.

Was ich auch nicht mag, aber teilweise kaufe, sind andere erkennbare Personen auf dem Cover. Mädchenaugen, die daraus hervorschauen, der Autor selbst in der Badewanne (mit Kleidung), … Ich mag auch keine Autorenbilder im Umschlag. Das heißt gleich, dass man das Buch nicht auf dem Klo oder in der Wanne lesen kann, ohne sich beobachtet zu fühlen. Aber leider kommt man nicht immer drum rum, oder man schränkt sich doch etwas ZU sehr ein.

Nachdem jetzt aber endlich Goodreads geladen hat, und ich meine Büchersammlung vor Augen habe, fallen mir eher mehrere bestimmte Muster auf. Ich mag es vor allem, wenn Cover irgendwie … sorgfältig gearbeitet sind. Aufwändig. Nicht bloß Schrift, und vielleicht ein dahingeklatschtes Bild, sondern richtige Ornamente, wie bei diesen hier:

Die Insel der besonderen KinderExpedition in die geheime Welt der DrachenDas schwarze Buch der Geheimnisse (Tales From The Sinister City, #1)Tintenherz

Oder aufwändige Zeichnungen, wie hier:

Die unheimlichen Fälle des Lucius Adler, Der Goldene MachtkristallHilfe, Zombie-Party! (Ghostsitter, #3)Die Flüsse von London (Peter Grant, #1)Gevatter Tod / Wachen! Wachen!

Oder aber, als Bücherjunkie, mit Büchern darauf, wie bei diesen Werken:

Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra (Mr. Penumbra's 24-Hour Bookstore, #1)Die Stadt der Träumenden Bücher (Zamonien, #4)

Was aber meine ganz große Liebe angeht, so sind das ‚Grabbelbücher‘. Das sind Bücher, deren Cover schon verschiedene, fühlbare Texturen haben. Ob die Schrift jetzt heraussteht oder ‚eingedrückt‘ wirkt, die Ornamente blind mit dem Finger nachgefahren werden können, oder man sogar mit Stoff an manchen Stellen gearbeitet hat, das beste Buch ist eines, das nicht nur mit der Nase (Buchgeruch!), den Augen und dem Hirn genossen werden kann, sondern auch mit den Fingerkuppen. Beispiele dafür sind diese hier:

Fantastic Beasts and Where to Find Them: The Original ScreenplayDas Tagebuch Des TeufelsDas Todesmal (Mara und der Feuerbringer, #2)

Wobei natürlich viele von ihnen in gleich mehrere Kategorien fallen, wie man teilweise schon sieht. (PS: Mit Ausnahme des Tagebuchs des Teufels sind alle Bücher hier ohne Vorbehalte zu Empfehlen.)

 

Und welche Art Cover bevorzugt ihr beim Bücherkauf?

 

Montagsfrage #9/2017

 

Willkommen in einer neuen Woche und zu einer neuen Montagsfrage von Buchfresserchen.

 

Wie kommst du mit Unterbrechungen beim Lesen klar, findest du leicht wieder in die Handlung zurück?

Es kommt immer auf das Buch selbst an. Wenn die Handlung schwer zu verfolgen ist, dann sind Unterbrechungen natürlich nicht gerade hilfreich. Andererseits schadet es da dann aber auch nicht mehr, weil ich es dann eh als schlecht ansehen würde.

Aber generell arbeite ich immer mit Unterbrechungen. Ich les selten ein Buch in einem Rutsch durch. Ob ich nur zwischendurch aufs Klo muss, oder zwischendurch auch etwas anderes lese, ob ich nur kurz einkaufen gehe oder mehrere Tage einfach keinen Elan zum Lesen habe, es kommt immer etwas dazwischen. Wenn es nicht zu viele Wochen Pause sind, komm ich damit klar. Ab einem Monat oder so wird es dann aber schwer und ich müsste ein Buch neu anfangen.

Deswegen kann ich Buchserien nicht so leiden. Also die Idee hinter der Serie. Pratchett schreibt wenigstens in sich geschlossene Geschichten. Lemony Snicket schließt sie so gut es geht. Aber ich muss endlich Teil 3 und 4 von Eragon lesen und erinnere mich nicht mehr an Teil 2. Ich muss Teil 2 der Mortal Instruments lesen und erinnere mich nicht daran, was in Teil 1 wirklich war. Nur, dass ich direkt danach Film und Serie schaute und beide besser fand als das Buch. Und der letzte Teil von Reckless wartet auch noch auf mich. Aber wie soll man denn sie Zeit für Rereads finden, wenn man einen riesigen SUB hat? Autoren sind Sadisten!

 

Jedenfalls: Pausen sind kein Problem, solange sie kurz sind. Mach ich täglich.

Montagsfrage #8/2017

 

Willkommen in der neuen Woche, gleich mit der wöchentlichen Frage vom Buchfresserchen.

Gibt es ein Buch, das dich positiv überrascht hat, von dem du es nie erwartet hättest?

Da habe ich jetzt schon zwei Stunden seit dem Aufstehen drüber nachgedacht und DAS Buch, das das geschafft hat, fällt mir nicht ein. Aber es gab kleine Überraschungen.

So bin ich an Mara und der Feuerbringer von Tommy Krappweis vor ein paar Jahren mit genau NULL Erwartungen rangegangen. Ich habe es nur gefunden, weil meine Lieblingsband (Duivelspack) geschrieben hat, sollte es je verfilmt werden, dürfe es die Filmmusik machen, weil sie beim Schreiben Tommys Inspirationsmusik waren. Und für die Verfilmung müssten eben erst einmal genug Bücher gelesen werden. Ich wollte eigentlich nur sie unterstützen, hab von dem Buch mal so gar nichts erwartet und plötzlich meine große Buchliebe gefunden. Mit der Filmmusik hat es dann doch nicht so geklappt (wobei sie im offiziellen Video des Soundtracks mit bei waren), aber Schandmaul ist auch gut.

Was mich noch positiv überrascht hat, war Lessing als Schriftsteller. Jap, der lange verstorbene Kerl, den man eigentlich nur aus dem Deutschunterricht kennt. Ich hatte vorher in Deutsch nur Pflichtlektüren, die meinen Glauben an die Intelligenz von Literaten und Germanisten tief erschüttert haben. Wie kann man Thomas Manns ‚Felix Krull‘ oder irgendetwas von Heinrich von Kleist gut finden? Weder die Sprache noch der Inhalt waren auch nur ansatzweise interessant und den typischen Spannungsbogen haben sie auch ignoriert. Warum bringt man ihn uns bei, wenn keiner sich dran hält?

Und dann kam Lessing, genauer gesagt Nathan der Weise und er hatte Witz, moralische Botschaft UND eine Sprache, die man verstehen konnte. Keine überdramatischen Charaktere, wie Goethes Werther, aber auch keine, die nur eine einzige Eigenschaft haben und sonst nichts, wie Kleists Michael Kohlhaas. Statt dessen sympathische Protagonisten, in die man sich auch hineinfühlen kann und tatsächlich eine Handlung. Und während die Liebe zu Shakespeare mir von einer meiner älteren Schwestern in die Wiege gelegt wurde (ich glaube, ich konnte Hamlet schon zitieren, bevor ich eingeschult wurde), habe ich Lessing ganz allein für mich entdeckt. Und er ist und bleibt himmlisch, auch in seinen anderen Stücken.

 

Und welches Buch hat euch positiv überrascht?

Montagsfrage #7/2017

 

Die neue Woche hat begonnen und es ist wieder Zeit, die Frage zu beantworten, die das Buchfresserchen stellt.

 

Gibt es ein Zitat aus einem Buch, dass dir in letzter Zeit (oder überhaupt) im Gedächtnis geblieben ist?

Ich bin nicht sonderlich gut darin, mir Zitate aus Büchern zu merken. Zusammenhänge und Aussagen zusammengefasst ja, aber Zitate selbst merke ich mir bei Büchern schwer, was bemerkenswert ist, denn ich kann ganze Episoden meiner Lieblingsserien mitsprechen und kenne bestimmt 400 Songs auswendig. Aber ich glaube, um mir Dinge merken zu können, brauche ich Timing und Betonung und die bieten einem Bücher nicht.

In letzter Zeit im Zusammenhang im Gedächtnis geblieben ist mir aber Lessings ‚Die Juden‘. Da rettet jemand einem Adligen das Leben und dieser bietet ihm dafür Freundschaft, Geld und die Hand seiner Tochter an. Als er aber erfährt, dass sein Retter Jude ist, ist all das vom Tisch und er bedauert nur, dass der Mann Jude ist, weil er so freundlich und voll Tugend sei. Und das erinnerte mich so sehr an das, was der eine Nazi-Anführer zu Michel Abdollahi in der einen Panorama-Doku gesagt hat. „Jetzt, wo ich dich kenne, kann ich dich nicht hassen.“ Dass wir Menschen aufgrund eines Merkmals festlegen, unsere Meinung festlegen und das kleine Merkmal gleich alles umschmeißen kann. Das hat mich nachdenklich gemacht und getroffen.

Aber zu etwas heitererem. So sind zwei der drei Zitate, die immer in meinem Kopf sind, aus Mara und der Feuerbringer und … einfach toll:

  • „Ich google nicht, ich recherchiere.“ Immer toll, wenn man das Handy zückt, um etwas nachzuschauen, und Leute einen deshalb dumm anschauen. Ich habe den Satz auch als T-Shirt.
  • „Ich lass mich doch nicht von etwas besiegen, was einen Puschelschwanz hat!“ Ein legitimes Lebensmotto, oder?

 

Abschließen möchte ich aber mit dem wichtigsten Zitat meiner persönlichen Geschichte, weil … ich mich vor allem als Trekkie sehe. Ich bin Weltbürger, Europäer, Frau, Feministin, Soziologe, und mehr oder weniger Pazifist. Aber zu allererst bin ich Trekkie. Und da gibt es ein Zitat, das alles ändert.
Gene Roddenberry, der Erfinder von Star Trek, hat einen Roman zum ersten Star Trek-Film geschrieben, und in den Folgendes eingebaut:

Und darunter steht als Erklärung:

Während das in der deutschen Übersetzung gleich ganz rausgelassen wurde, hat es in der englischen einiges an Spekulationen nach sich gezogen. Zwar folgt gleich eine Stellungnahme von Kirk, dass a) Spock das, wann immer er auf solche Gerüchte angesprochen wurde, nur sein Markenzeichen, die hochgezogene Augenbraue, erwiderte, b) Kirk selbst Frauen schätzt und c) er nicht so dumm ist, einen Partner zu wählen, der nur alle sieben Jahre ‚brünftig‘ wird. Da letzteres aber bei Vulkaniern nicht der Fall ist, was in der Serie schon gesagt wurde und der Sieben-Jahres-Zyklus nur heißt, dass sie sich alle sieben Jahre paaren MÜSSEN, das aber durchaus auch zu anderen Zeiten können, und die anderen beiden Aussagen eher wie eine geschickte Umschiffung der eigentlichen Frage wirken, hat es das Fandom nur noch mehr angeheizt.
Und bekanntermaßen hat Roddenberry wenige Jahre später in einem Interview für eine von Shatners mittlerweile unzähligen Biografien gesagt, dass sich Kirk und Spock sehr wohl lieben und das vermutlich auch körperlich ausgedrückt wird.

Daher ist das … ein wenig mein Lieblingszitat aller Zeiten. Einerseits hat es ein ganzes Fandom bewegt und andererseits war der Schritt, in einer Zeit, wo Homosexualität noch unter Strafe stand, ein unglaublich beliebtes TV-Duo zu einem Paar zu machen, oder es zumindest anzudeuten, glaube ich, sehr wichtig für unsere heutige Entwicklung. Ich selbst bin nicht lesbisch, aber ein großer Verfechter gleicher Rechte für alle und dass jemand sich so früh medial schon gegen diesen Hass gewandt hat, wenn auch mit dem Fingerspitzengefühl, damit keine Gesetze zu brechen und keinen Unmut auszulösen, und das mit einem so winzigen Zitat bewirkt hat, ist für mich ein Stück Zeitgeschichte und ungeheurer Mut.

 

Aber jetzt zu euch. Was sind eure Lieblingszitate?