Jo Platt – Die Bücherfreundinnen

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 23. Juni 2016
  • Verlag: Argon Verlag
  • ISBN: 978-3839814789
  • Hörbuch  6 Stunden 21 Minuten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

Alice, Miriam, Sophie und Abigail sind die besten Freundinnen. Sie teilen alles miteinander, auch ihre Liebe zu Büchern. Einmal im Monat trifft sich ihr Buchclub. Doch eine fehlt – Lydia. Vor zwei Jahren starb sie an Krebs. Ihr letzter Wunsch an die Freundinnen: Ihr Mann sollte in den Club aufgenommen werden, seitdem ist Jon festes Mitglied. Die Freundschaft hat allen fünf geholfen, mit dem schweren Verlust fertigzuwerden. Nur Alice ist nicht glücklich. Eine Dating-Katastrophe jagt die nächste, kein Mann scheint richtig zu sein für die Innenarchitektin. Ihre Freundinnen ahnen längst, was Alice sich nicht eingestehen will: Sie ist verliebt in Jon, den einzigen Mann, der wirklich tabu ist …

Inhalt: 

Zunächst einmal muss man sagen, dass der Klappentext ziemlich übertrieben ist. So gibt es zwar ein einziges katastrophal verlaufenes Date, was auch genauer beschrieben ist, aber mehr nicht. Und Jon ist auch nicht in dem Sinne tabu, es gibt über das ganze Hörbuch hinweg keinerlei Andeutungen, dass irgendjemand damit ein Problem haben würde, er ist lediglich Alice‘ bester Freund und der Mann ihrer verstorbenen Freundin.

Aber beginnen wir von vorn. Ein Jahr nach einer unschönen Trennung lehnt Alice noch immer jedes Date ab. Als an einem Buchclubabend die Freundinnen beginnen, sie damit aufzuziehen, und noch raten, sie möge sich doch erst einmal nur mit Bekannten ihrer Freundinnen treffen – diese abzulehnen, wäre immerhin schwieriger -, beschließt sie, dass sie jedem, der ihr vorgeschlagen wird, eine Chance geben will und schreibt das auch in einer Rundmail an ihren Buchclub.

Von da an wird das Verhältnis zu Jon, ihrem besten Freund und seit dem Tod seiner Frau an ihrer Stelle im Club, immer schlechter, ohne dass sie das groß verstehen könnte. Während dessen trifft sie also ein paar der Männer. Einer sieht erst wie ein totaler Reinfall aus, als sie sich aber eingestehen, dass sie sich nicht anziehend finden, stellen sie fest, dass sie als Freunde sehr gut harmonieren. Und dann kommt Stephen. Mit ihm ist Alice zum ersten Mal seit einem Jahr wieder mehr oder weniger glücklich. Doch warum nagt es so an ihr, dass auch Jon wieder ausgeht und eine neue Freundin hat?

Und auch in den Leben der anderen Buchclubdamen läuft es nicht so gut. Was ist nur mit Sophie und ihrem Chef? Warum kündigt sie? Und geht Miriams Ehe den Bach runter?

Vieles davon wirkt aber sehr vorhersehbar und teilweise ziemlich konstruiert, lehnt doch eine der Freundinnen ein gewisses Verhalten bei Männern ab und legt es dann selbst an den Tag.

 

Charaktere: 

Das Hörbuch ist gekürzt, daher ist es durchaus möglich, dass die Charaktere im Buch genauer ausgearbeitet sind. Vor allem erfährt man viel über Jon, David (Sophies und Alice‘ Chef) und Alice selbst. Die anderen Charaktere werden zwar leicht skizziert, hier und da erfährt man Eigenheiten, aber ansonsten bleiben sie auch in ihrer Aufmachung Nebenfiguren, was letztlich auch der Grund ist, warum man sofort merkt, dass Stephen eben nicht Alice‘ große Liebe am Ende sein wird und das Geschehen nur noch vorhersehbarer macht.

 

Fazit: 

Alles in allem bietet der Roman in der Hörbuchfassung leichte Unterhaltung. Partiell werden sogar tiefgehende Gedanken aufgegriffen, die den Leser oder Hörer auch zum Nachdenken anregen könnten, aber im Mittelpunkt stehen dann doch eher Verstrickungen in der Liebe. Dabei erkennt man sehr schnell, wie alles ausgehen wird, nicht nur für Alice, sondern auch für all die anderen Damen. So ist es nicht allzu spannend, kann aber locker nebenbei gehört werden und wird auch nicht wirklich langweilig, da immer kleine unterhaltsame Stellen und Dialoge eingeflochten werden.

Was mich am Hörbuch selbst aber etwas störte, ist die stimmliche Charakterisierung einiger Figuren. Einerseits hat Alice nicht durchgängig die selbe Stimme. Mal wirkt sie kindlicher, mal erwachsener, was nicht mit den Zeitsprüngen in ihre Collegezeit einher geht, und so muss man geistig immer wach bleiben, um zu begreifen, dass es immer noch Alice ist, die erzählt.

Aber sehr viele Charaktere, die abseits der Stimme nicht so dargestellt werden, sprechen unglaublich affektiert, was mich beim Hören gestört hat. So wird man mit ihnen nicht warm und lehnt sie von vornherein ab. Daher muss ich das Hörbuch etwas schlechter werten, als das Buch an sich eigentlich gewesen wäre.

Walter Moers – Ensel und Krete

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 2002
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • ISBN: 978-3442450176
  • Taschenbuch 256 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

Der große Wald. Buntbären. Fhernhachenzwerge. Ein gemeingefährlicher Laubwof. Unsterbliche Sternenstauner. Ehrgeizige Erdgnömchen. Ein unberechenbarer Stollentroll. Kokette Elfenwespen. Geheimbären. Eine Waldspinnenhexe. Blutsaugende Flederratten. Weinende Bäume. Sprechende Pflanzen. Tanzende Pilze. Leuchtende Ameisen. Doppelköpfige Wollhühnchen. Dreiäugige Schuhus. Ein sehr alter Meteor. Schreckliche Spannung. Grausamste Bosheit. Goldener Humor. Feinste zamonische Hochliteratur. Um nur das Gröbste zu nennen.

Inhalt: 

Zwei junge Ffhernhachenzwillinge verirren sich im Wald, weil der Bruder unbedingt auf einer Eiche hochklettern möchte. Schnell wissen sie nicht mehr genau, woher sie kamen und finden nicht mehr aus dem dichten Wald heraus. Doch nicht nur das, bald verschwimmt auch die Grenze zwischen Halluzination und Realität und die beiden können sich nicht mehr sicher sein, was sie wirklich erlebt haben und welche Monster real sind. Hinzu kommt noch die furchtbare Ungewissheit: Gab es mal eine Hexe? Und wenn ja, ist sie dann wirklich tot?

 

Aufbau:

Die Geschichte ist einerseits durchzogen von gewohnt niedlichen, teils aber auch schauderhaften Zeichnungen vom Autor, die man in jedem Werk von Moers findet – zumindest in jedem, das ich bisher kenne. Diese machen die teils doch sehr unverständlich, wenn auch detailreich beschriebenen Kreaturen des Waldes nachvollziehbarer.

Aber gleichzeitig wird die Handlung auch oft durch Mythenmetzsche Abschweifungen unterbrochen. Das ist ein Stilmittel, das der ‚Autor‘ des Buches, Hildegunst von Mythenmetz, einer der größten Schriftsteller Zamoniens, eigens für das Buch erfunden hat. Hier unterbricht er die Geschichte, oft an willkürlichen Stellen, um dem Leser zu erzählen, was sich alles in seinem Arbeitszimmer befindet, wie sehr er einen Literaturkritiker hasst, oder manchmal auch für epische Abhandlungen über Mathematik. Teils helfen sie, ein besseres Bild der zamonischen Welt zu erlangen, auch wenn das für die Geschichte nicht nötig ist, teils sind sie aber einfach nur störend.

Den Abschluss bildet dann eine verkürzte Biografie Mythenmetz‘, die allerdings erst nach Ende der eigentlichen Geschichte gereicht wird und damit nicht störend, sondern nur mehr oder minder interessant ist.

 

Charaktere: 

Ensel und Krete, die beiden Zwillinge, sind die einzigen Charaktere, die man wirklich über mehrere Seiten kennen lernt, und auch sie sind nur oberflächlich aufgebaut. Sie schwanken immer wieder zwischen Mut und Furcht, zwischen Streit und Einverständnis, aber viel mehr erfährt man darüber hinaus nicht, was für eine Abenteuergeschichte aber auch nicht zwangsläufig Not tut.

 

Fazit: 

Wenngleich fantasievoll beschrieben und herrlich vielfältig in Flora und Fauna Zamoniens, wirkt diese zamonische Neuinterpretation Hänsel und Gretels ziemlich künstlich aufgeblasen. Zeitweise ist es noch ganz angenehm, dass man eben nicht weiß, was als nächstes kommt. Dass hinter jeder Rettung der Zwillinge gleich das nächste Monster wartet, aber bald erscheint es mehr wie eine Hinhaltetaktik, um irgendwie die Seiten voll zu kriegen. Und die Abschweifungen zerstören dann gänzlich den ohnehin schon verlangsamten Erzählfluss. Dabei ist für mich nicht erkennbar, welchen Zweck Moers damit verfolgt, dass er Mythenmetz zu einer das eigene Buch störenden Diva werden lässt. Mut muss man ihm hierfür schon zusprechen, da sich das wohl kaum ein anderer Autor trauen würde. Aber darüber hinaus scheint mir kein Nutzen, weder für die Geschichte, noch für die Literatur als solche, dahinter zu stecken und so wirken die Abschweifungen lediglich störend und ärgerlich und stören das Buch nur.

John Niven – Gott bewahre

Gott bewahre

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum:  2011
  • Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
  • ISBN: 978-3-453-67633-6
  • Taschenbuch  400 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

Kaum hat Gott sich im Himmel eine kleine Auszeit gegönnt und seinem Sohn Jesus Christus die Geschäftsführung überlassen, schon herrscht auf Erden das nackte Chaos. Bürgerkriege, Umweltsünden, Armut, Hassprediger, tödliche Krankheiten, moralischer Verfall und gnadenloser Kommerz, so weit das Auge reicht. Was wurde aus der Menschenliebe und dem einzig wahren Gebot: »SEID LIEB«? Gott denkt nach und findet nur eine Lösung – sein Sohn Jesus muss erneut auf die Erde zurückkehren, um Gutes zu tun. Doch werden die Menschen auf JC hören?

Inhalt: 

Als Gott aus dem Urlaub zurückkommt, kann er es nicht fassen. Die Menschen sind in seiner Abwesenheit endgültig durchgedreht und bringen sich nicht mehr nur gegenseitig für Land und Essen um, sondern töten jetzt auch noch in seinem Namen Schwule, Abtreibungsbefürworter und angeblich Ungläubige. Eigentlich hilft da nur eine gepflegte Apokalypse und ein Neustart. Aber es hat so lange gebraucht, bis man mal zu funktionsfähigen Menschen gekommen ist, also gibt Gott der Erde eine andere Möglichkeit. Jesus soll noch mal runter und den Menschen das eine Gebot predigen, das Gott damals wirklich diktiert hatte: Seid lieb.

Doch lange Zeit kommt Jesus nicht voran. Er hilft Obdachlosen und Junkies, während er selbst kaum über die Runden kommt, aber dafür landet er ständig im Knast. Dann ergibt sich aber die Chance. Als sehr guter Musiker drängen seine Freunde ihn, bei einer Castingshow teilzunehmen und nun endlich winkt die Möglichkeit, sich direkt an die Massen zu wenden. Doch leider halten ihn viele einfach nur für einen Spinner.

 

Charaktere: 

Obwohl einige interessante Nebencharaktere auftreten, ist nur Jesus wirklich tiefgehend ausgearbeitet. Und dennoch erscheint er nicht greifbar. Auf der einen Seite flucht er wie ein Rohrspatz und ist die meiste Zeit dicht, auf der anderen Seite predigt er aber Menschenliebe. Dass er selbst viel mehr erreichen könnte, wenn er nur den Hintern hochkriegen würde, wird im Buch geflissentlich ignoriert, weil es ja sonst der Story schaden würde, dass er als Underdog zu einer Casting Show geht und erst plötzlich der Erfolg zum Greifen nahe ist.

 

Fazit: 

Die Handlung an sich ist recht spannend und flüssig geschrieben, aber es kommt kaum eine Seite ohne einen Fluch aus. Allein ‚Schwanzlutscher‘ kam mindestens dreimal vor und war dabei noch das seltenste Wort. Mein Humorzentrum trifft eine solche Ausdrucksweise eher nicht, im Gegenteil. Normalerweise lehne ich Bücher, die sich niveaulosester Pipi-Kaka-Sprache und dem dazugehörigen Humor bedienen, konsequent ab, nur ist die zugrunde liegende Handlung so gut ausgearbeitet, dass man dennoch wissen möchte, wie es ausgeht. Bis zum Ende ist es durchgängig interessant und spannend geschrieben, doch schlussendlich bleibt der bittere Nachgeschmack, dass das Buch noch so viel besser hätte sein können, hätte man auf ein bisschen Niveau und lieber geistreiche Blasphemie gesetzt.

 

Theodore Cogswell, Charles Spano – Spock Messiah

Bildergebnis für Spock messiah

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 1976
  • Verlag: Corgi Books
  • ISBN: 0552102814
  • Taschenbuch  186 Seiten
  • Sprache: Englisch

 

Klappentext: 

Beaming down to the unvisited planet Kyros, the crew of the Enterprise experiment with a new telepathic investigation devise that links them with the minds of the Kyrosians. But an error makes Spock the telepathic captive of a madman, a paranoid wondering preacher who believes he has been chosen to purge the planet of sin. And when Spock’s Vulcan genius is linked to the preacher’s spell binding power, a holy war breaks out for control of Kyros. The only way Captain Kirk can save the planet, and the lives of his crew is by killing Spock.

Inhalt: 

Als Versuchskaninchen eines neuen Instruments für die Erforschung fremder Zivilisationen, werden einige Sternenflottenoffiziere so an die Bewohner des Planeten gebunden, dass ein Implantat ihnen Zugang zum Hirn eines ausgewählten ‚Wirtes‘ gewährt, so dass sie nicht nur die Sprache, sondern auch die Verhaltensweisen übernehmen können.

Von Anfang an ist man skeptisch. Wird Spock den mentalen Kontakt zu einem Wesen aushalten, das längst nicht so logisch und kontrolliert ist, wie ein Vulkanier. Schon bald gibt es mit anderen Mitgliedern des Außenteams Probleme aufgrund ihres Implantats und dann ist auch noch Spock verschwunden.

Als auch noch eine Nova und eine Welle tödlicher Strahlung auf die Enterprise zukommen, stellt man schnell fest, dass Spock das Schiff sabotiert hat. Ohne Warpantrieb kann das Schiff sich nicht in Sicherheit bringen, doch die Dilithiumkristalle, die dem Schiff Energie geben, sind von Spock gestohlen worden. Und dann erklärt dieser sich auch noch zum Messias des Planeten und ruft zum heiligen Krieg auf. Die Zeit für die Enterprise läuft ab und um zu sich in Sicherheit zu bringen, müssen sie Spock stoppen.

 

Charaktere: 

Spock ist hier verständlicherweise Out of Character dargestellt, das aber auch gut erklärt. Ebenso benehmen sich die anderen Crewmitglieder sich abweichend, wann immer sie an einen Planetenbewohner gebunden sind.

Einzig Kirk zeigt auch vorher schon ein Verhalten, dass nicht mit der Serie zu vereinbaren ist. Während man oft genug gehört hat, dass McCoy Spock als wandelnden Computer bezeichnet, hat Kirk das in der Serie nur ein einziges Mal getan, und da nur, weil er Spock zu einem emotionalen Ausbruch reizen musste.

Im Buch wird die Freundschaft von Kirk und Spock aber heruntergespielt und fast schon verneint. So macht Kirk sich nie Sorgen um Spocks Wohl und es wird auch gesagt, dass McCoy sein einziger Freund an Board sei, was so der Serie stark widerspricht. Zwar wird der Kontrast zwischen Spock als emotionaler Messias und dem echten, kühlen und logischen Spock benötigt, um die Ernsthaftigkeit der Lage deutlich zu machen, aber die beiden Autoren gehen hier etwas zu weit, indem sie eine Grundlage der Serie angreifen.

 

Fazit: 

Die Geschichte an sich ist interessant ausgeschrieben, wenn auch teilweise ein wenig zu detailliert, wann immer sich die Crewmitglieder als Planetenbewohner tarnen. Es scheint, dass die Autoren das Bedürfnis haben, aus Sicht der Enterprise primitiv wirkendes Leben so genau wie möglich zu beschreiben. Aber die größte Schwäche des Romans ist der Bruch mit der Serie, sowohl in den sozialen Beziehungen, als auch in einigen anderen Fakten, die einfach der Serie widersprechen.

Wenn man darüber hinweg sehen kann, ist der Roman allerdings eine spannende Abenteuergeschichte, die durchaus unterhalten kann.

[Kurzrezension] Stephen King u.a. – Der Revolvermann (Der dunkle Turm #1)

Der Dunkle Turm, Band 1: Der RevolvermannDiese Graphic Novel-Reihe wollte ich lesen, weil sie – oder zumindest die Romangrundlage – demnächst verfilmt wird. Nach Band 1 gebe ich diesen Plan aber auf. Natürlich war klar, dass Stephen King auch dann, wenn er gerade nicht Horror, sondern Fantasy schreibt, nicht gerade von Einhörnern und rosa Wölkchen berichten wird. Aber die Geschichte von Roland, dem Revolvermann, der von seinem Vater in geheimer Mission ausgesandt wird, um Informationen über den Erzfeind des Bundes zu sammeln, ist mir zu brutal, in Sprache wie in Wort.

Dabei sind die Zeichnungen wirklich hervorragend, das kann man nicht beklagen. Das Buch ist darüber hinaus gut strukturiert und bietet neben dem Graphic Novel selbst einiges an Zusatz. Meine Kritik daran ist daher rein subjektiv, denn ich bin kein Freund von großartig gewaltverherrlichenden Geschichten, und solch eine liegt hier vor. Darüber hinaus bin ich kein Freund der Welt, in der es einerseits Ölfördertürme gibt, andererseits aber nur Pferde zur Fortbewegung genutzt werden. Es gibt Magie, die offen praktiziert werden kann, wie es scheint, doch auch sie wird nicht für das Gute genutzt, ohne dass der Grund erklärt wird. Ich bevorzuge logisch aufgebaute Welten und mich reizt die Reihe einfach nicht, daher sind meine Sternabzüge nur Geschmacksfrage und ich möchte niemandem davon abraten, die Reihe für sich zu versuchen. Es ist nur nicht das, was ich gerne lese, aber hervorragend und hochqualitativ gemacht.

Kurzrezensionensammlung April 2017

Da sich gerade einige Bücher hier angesammelt haben, zu denen ich nicht genug zu sagen habe, dass sich eine große Rezension lohnt, aber auch nicht so wenig, dass ich sie gar nicht besprechen wollen würde, hier eine Sammlung der Kurzrezensionen der letzten Tage.

 

"Ich bin eine Dame, Sie Arschloch!"„Ich bin eine Dame, Sie Arschloch!“ von Axel Krohn und Sören Sieg

Gespräche im Alltag mitgehört. Dabei sind es nicht alle Gespräche auch wirklich wert, aufgeschrieben zu werden. Die Kapitel sind nicht schlüssig aufgeteilt und die Einleitungen sowohl unnötig, als auch uninteressant geschrieben, aber insgesamt ist das Buch nicht schlecht und eine nette Unterhaltung für zwischendurch.

 

Wir duschen am liebsten nackt: Die witzigsten WG-AnzeigenWir duschen am liebsten nackt von Joab Nist. 

Viele der Anzeigen wirken ausgedacht und hinten im Buch gibt der Autor auch zu, dass er Anzeigen gekürzt und damit auch teils aus dem Zusammenhang gerissen hat. Insgesamt lässt diese Sammlung WG-Bewohner eher als pervers, eklig, dauerbetrunken oder einfach nur dumm da stehen. Nur wenige Anzeigen sind tatsächlich auch humorvoll. Die Illustrationen allerdings sind gut und unterhaltsam gemacht.

 

Doktor spielen von Mark Leyner und Dr. Billy Goldberg

Hier gibt es detaillierte Anleitungen, wie man selbst Organe transplantiert, Blinddärme entfernt oder Geschlechtsumwandlungen durchführt. Darüber hinaus wird suggeriert, dass man mit ein paar medizinischen Fachbegriffen eine Frau verführen könnte – sofern man ein Mann ist, versteht sich. Alles, was auch nur ansatzweise medizinisch korrekt ist, ist stark auf die Gesäßregion fixiert, als wären die Herren Autoren noch nicht aus der analen Phase herausgewachsen. Und die ‚Abschlussprüfung‘ besteht aus Fragen, die vorher einerseits nicht beigebracht wurden, andererseits aber gleichzeitig nur intensives Schauen von Scrubs, House oder Grey’s Anatomy bedürfen. Sie bietet tatsächlich ein Minimum an medizinischem Wissen, sind aber vollkommen vom restlichen Inhalt des Buches abgekoppelt und auch dort mischen sich Fragen mit ‚Pipi-Kaka-Humor‘ hinein.

Frederik Jötten, Jens Lubbadeh – Vertragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker?

Vertragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker?: Tragikomisches von unserem Körper und denen, die ihn behandeln (German Edition)

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: November 2013
  • Verlag: Rowohlt Verlag
  • ISBN: 978-3-499-60152-1
  • Taschenbuch   256 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

Frederik Jötten und Jens Lubbadeh kennen jeden Schmerz: im Rücken, im Knie, im Fuß. Sie gehen zum Arzt, wenn ein Muskel zuckt, probieren Zahnbleaching und tragen schon mal Operationsmasken, um die Grippesaison zu überstehen. Was dabei herauskommt? Lustige bis tragische Patientengeschichten auf der einen Seite – und gesundheitliche Aufklärung auf der anderen, denn die beiden konsultieren auch Experten. So erklärt ein Professor, warum es kein Hinweis auf Demenz sein muss, wenn man ständig seine Brille verlegt, oder ein Zahnarzt, wie man sich optimal vor Karies schützt.

Aufbau:

Jeweils einem Kolumnentext folgt ein fachlicher Beitrag, oft von einem medizinischen Spezialisten des in der Kolumne behandelten Themas. Dazu sind die Kolumnenbeiträge in thematisch passende Untergebiete eingeteilt, die mit einer Karikatur und einem vorgestellten Einführungstext beginnen.

 

Fazit: 

Während die Beiträge der Spezialisten beziehungsweise die fachlich erklärenden Texte interessant sind – wenn auch teils ein wenig mehr verraten, als einem lieb ist, zum Beispiel über den allseits bekannten Chlorgeruch -, so wirken die Kolumnen oft so überspitzt, dass es nicht mehr lustig ist. Die Autoren wirken teils wie nervige Memmen, die hinter jedem Schatten auf ihrem Gesicht eine Ursache für Osteoporose erkennen, teils arrogant und angeberisch. Humoristisch ist hier nichts, einiges aber auch nicht unter den Titel passend. So ist es zwar interessant, zu wissen, welche Inhaltsstoffe Schokolade hat und wie diese wirken, mit Ärzten und Apothekern hat dies aber gar nichts zu tun. Ein rein fachliches Buch ‚Was Sie schon immer über Ihren Körper wissen wollten‘ hätte sich zwar vielleicht schlechter verkauft, wäre aber letztendlich unterhaltsamer und und von mehr Mehrwert für den Leser gewesen.

 

Justin Halpern – Noch weniger Sex und ich wäre ein Pandabär

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum:  2. September 2013
  • Verlag: Manhattan Bücher
  • ISBN: 978-3442547128
  • Taschenbuch 224 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

 

Klappentext: 

Als Justin Halpern beschließt, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen, gibt ihm sein Vater den Rat, einen Tag über diese Entscheidung nachzudenken. Und so lässt Justin seine Annäherungsversuche an das andere Geschlecht Revue passieren. Es ist eine Geschichte voller Missverständnisse und spektakulärer Niederlagen. Von ersten missglückten Flirtversuchen in der Grundschule über die verwirrende Zeit des Heranwachsens, die verzweifelten Versuche, endlich seine Unschuld zu verlieren, bis zu dem Tag, an dem er seiner großen Liebe begegnet – und sie durch seine Unbeholfenheit fast wieder verliert. Ein hinreißend komisches und absolut ehrliches Buch über das Leben und die Liebe, gespickt mit den aufmunternden Ratschlägen von Justins Vater Sam.

Inhalt: 

Justin Halpern, der dadurch bekannt wurde, die kernigen Sprüche seines Vaters zu sammeln, zu twittern und später ein Buch mit den entsprechenden Anekdoten zu veröffentlichen, das in einer Serie mit William Shatner adaptiert wurde, geht hier auf seine Erfahrungen – oder eher Mangel an ebenjenen – mit Frauen ein. Dabei ist auch hier ab und an sein Vater mit von der Partie, mit nach außen hin kratzbürstigen, irgendwie aber doch liebevollen Ratschlägen und seiner ganz eigenen Art.

Ob er nun als kleiner Junge Pornohefte von Obdachlosen klaut und sie im Garten vergräbt, oder aber seine Freundin mit ihm Schluss macht, in dem sie ohne ein Wort in einen anderen Staat umzieht und er das erst nach Wochen erfährt, sonderlich geschickt stellt Halpern sich nicht im Umgang mit Frauen an. Doch sein Vater bringt ihn immer wieder auf den mehr oder weniger rechten Weg zurück und ist, wenn auch manchmal widerwillig, der richtige Ratgeber.

 

Fazit: 

Die zweite humorvolle Biografie des Autors kann leider nicht aus dem Schatten von ‚Kein Scheiß‘, dem ersten Buch treten. Zwar sind manche Situationen absurd komisch, doch alles in allem bleibt ein Gefühl der Belanglosigkeit. Größtes Plus ist hier wieder Vater Sam, der einfach in seiner Art unglaublich sympathisch auf eine kantige, schroffe Art ist. Die restlichen Anekdoten sind zwar erfrischend ehrlich, aber nicht außergewöhnlich und, auch wenn sie nicht langweilig geschrieben wurden, einfach nicht spannend oder lustig genug, um das Buch besser zu bewerten.