Dr. Josephine Chaos – Dann press doch selber, Frau Dokta!

Auch hier muss ich zugeben, dass ich mit ganz anderen Erwartungen an das Buch heran gegangen bin. Ich dachte an skurrile Begebenheiten im Alltag einer Ärztin. Nun, irgendwie stimmte das auch, aber doch nicht ganz. Das Buch geht sehr ausgiebig auf das Privatleben der Frau Doktor ein, was ich normalerweise nicht unbedingt mag, aber sie beschreibt die Familie und Umgebung so liebenswürdig, dass man das nicht übel nehmen kann, sondern schon richtig genießt.

Das Buch fliegt nur so dahin und ist schnell durchgelesen. Mal amüsiert man sich, mal leidet man mit. Und vielleicht lernt man sogar noch ein bisschen was für’s Leben. Das Buch kann ich guten Gewissens weiterempfehlen.

Kai Twilfer – Schantall, tu ma die Omma winken!

Ich bin mit der Erwartung ans Buch rangegangen, dass hier vielleicht ein paar lustige Geschichten sind. So das ‚Best of‘ der menschlichen Dummheit. Webfail nur in Kurzgeschichten. Tja, denkste. Kai Twilfer erzählt durchgängig von einer einzigen Familie, und keineswegs amüsant. Obwohl er immer wieder betont, wie gern er diese Menschen doch hätte, klingt es so abschätzig, dass man das Buch eigentlich schon bald in die Ecke schmeißen möchte. Die amüsanten Stellen halten sich sehr in Grenzen und vorrangig erinnert das Buch an eine pseudo-wissenschaftliche Arbeit, so sehr verallgemeinert der Autor von einer Familie auf die große Gruppe der so genannten Unterschicht. Dafür fehlen mir als Soziologiestudentin aber die wissenschaftlichen Fakten und Quellen. Ich rate also jedem, der es nicht mag, wenn eine ganze Bevölkerungsgruppe über einen Kamm geschoren wird, davon ab, dieses Werk zu kaufen. Mir hat es jedenfalls weder Spaß gemacht, noch irgendwelche Erkenntnisse gebracht, außer, dass ich das Geld besser hätte investieren können.

Dan Ariely – Denken hilft zwar, nützt aber nichts

Dieses Buch habe ich eigentlich zunächst nur deshalb gekauft, weil der Titel irgendwie spannend war, allerdings habe ich nicht viel erwartet – es war ein Vorschlag von meinem BWL-Prof, den er in der Vorlesung gemacht hat. Wenn Profs in Vorlesungen Bücher vorschlagen, heißt das normalerweise, dass sie bei Einschlafproblemen besser wirken, als jede Schlaftablette.

 

Doch hier weit gefehlt. Obwohl eigentlich wissenschaftlich – es werden viele Studien vorgestellt -, schafft Ariely es, die Menschheit mit viel Humor und netten Anekdoten zu analysieren und festzustellen, dass wir ganz schön unlogische Wesen sind. Klar, das wussten wir alle schon vorher, erleben wir uns doch jeden Tag selbst, aber vieles von dem, was er anmerkte, war zumindest mir selbst noch nicht bewusst. Jedenfalls ist das Buch ungeheuer lesenswert, witzig, gleichzeitig bildend – und es zeigt einem auf, dass wissenschaftliche Arbeit tatsächlich Spaß machen kann. ( Ich will mit Ariely arbeiten! Dringend! )

 

Einziger Teil, der ein wenig hakte, war der Anhang zur Wirtschaftskrise von 2008(und folgend). Obwohl aufschlussreich und verständlich, war der Stoff hier doch ein wenig trocken. Aber am Ende war man auch hier froh, es nicht beiseite gelegt zu haben, weil auch hier neue Erkenntnisse warteten – wenn auch leider keine lustigen Geschichten mehr dazu. Aber bei dem Thema ist wohl auch nichts lustig.

 

Fazit jedenfalls: Lesenswert und trotz wissenschaflichem Hintergrund eher zu lesen wie Kurzgeschichten.

Tommy Krappweis – Das Vorzelt zur Hölle

Nachdem ich schon bei einer kurzen Testlesung dabei sein konnte, vor einem Jahr, kannte ich einen Teil davon schon. Und auch von Videos, die vor der Veröffentlichung gepostet wurden, kannte ich ein paar Ausschnitte, doch das ganze noch mal nachlesen zu können? Doch ich greife vorweg, also ganz zum Anfang.

 

Das Vorzelt zur Hölle ist Tommys Verarbeitung seiner Kindheit – mit der anderen Sicht von seinem Vater gleich dazu. Was war denn so schlimm daran? Nun, er wollte seine Ruhe, Entspannung, einfach Urlaub, und seine Eltern? Campen. So richtig. In Gegenden, wo kein normaler Mensch sich überhaupt hinwagen würde. Und selbst da wurde er nicht in Ruhe gelassen, sondern durfte im Boot kentern, die Tierwelt kennen lernen – nicht auf die gute Art – und zunächst einmal tagelang anreisen, durch ‚Egal, es ist überall heiß und scheiße‘-Land.

 

Klingt wie hemmungsloses Meckern, einfaches auskotzen und natürlich maßloses Übertreiben, aber von wegen. Zum einen kann Tommy sich so auskotzen, dass es für Leute, die das NICHT ertragen mussten, sehr amüsant ist, und zum anderen merkt man bei den Erzählungen seines Vaters: Das ist höchstens untertrieben.

 

Sehr skurrile Geschichten, bei denen man froh ist, dass man nicht dabei ist, über die man sich zuhause auf dem Sofa aber köstlich amüsieren kann, das alles bietet das Vorzelt zur Hölle. Und am Ende hat man sogar etwas Fernweh. Aber zumindest in meinem Fall auf die Erkundung der Landschaften mit Rückzugsmöglichkeit in ein Hotelbett, dass von einer Klimaanlage kühl umweht wird.

 

Fazit jedenfalls: Unbedingt lesen. DRINGEND!

Cornelia Funke – Reckless

Ein Bruder, der langsam zu einem Wesen aus Stein – und damit zum Feind – wird, und ein zweiter Bruder, der das mit allen Mitteln verhindern will. Dazu ein Mädchen, dass sich in einen Fuchs verhindern kann, ein Mädchen, dass wie die Brüder aus unserer Welt in die Spiegelwelt kam, und den steinwerdenden Bruder liebt. Ach, und dazu noch ein Krieg und jede Menge Fabelwesen.

 

Ehrlich gesagt ist mir das Buch etwas zu nervig geschrieben. Ich mag Cornelia Funke, aber die Tintenwelt-Bücher sind deutlich besser. Die Welt hinter dem Spiegel aus Reckless ist ein wenig sehr kindisch in der Aufmachung und diese ganzen Konflikte zwischen den einzelnen Wesen nerven. Von Toleranz hat da wohl keiner gehört und darum ist auch niemand bemüht.

 

Und dann geht natürlich alles schief, was man schon vorher weiß, weil das Buch sonst ja schon zuende wäre und man ja sieht, dass es noch 200 Seiten gibt. Außerdem regte mich auf, dass sie ständig Stalagmiten und Stalagtiten mit Tropfsteinen verglich. Stalagmiten und Stalagtiten SIND TROPFSTEINE!!!

 

Alles in allem hat mich das Buch zwar einigermaßen gut unterhalten, war aber kein Meisterwerk. Als leichte Kost nebenbei ist es zu empfehlen, aber nicht, wenn man richtig in ein Buch eintauchen und sich darin verlieren möchte.

ABER: Die letzten 100 Seiten werden tatsächlch spannend und verfliegen im Fluge. Nur die 300 Seiten davor waren irgendwie zu viel.

Terry Pratchett – Fliegende Fetzen

Zunächst mal taucht ein neuer Kontinent, oder vielmehr eine Insel, im Meer auf, weshalb zwei Staaten ( Ankh-Morpork, eher ein Stadtstaat und die größte Stadt der Scheibenwelt, und Klatsch, ein Wüstenstaat) das neue Land für sich wollen. Dann gibt es viel Politik und huch, auf einen Diplomaten von Klatsch wird ein Anschlag verübt und eine Verbrecherjagd mit überraschendem Ergebnis beginnt.

 

Ich liebe Pratchett, wirklich, aber hier hing ich ab und an. Es ist ein wenig langatmig, und das, obwohl ein paar meiner Lieblingscharaktere der Scheibenwelt auftauchen. Also nur etwas für wirkliche Pratchettfans, die gleichzeitig Geduld mitbringen. Es gibt deutlich bessere Romane von ihm.

Tommy Krappweis – Mara und der Feuerbringer Band 3: Götterdämmerung

Nachdem Mara den Feuerbringer die letzten beiden Male nur schwächen, keineswegs aber besiegen konnte, muss man wieder in den Kampf ziehen – und dafür erst einmal aus dem Nichts raus, zu dem die Umgebung von Detmold wurde, nachdem Mara aus Versehen dort so ziemlich alles zerstört hatte. (Nebenbei schade um die Stadt, mag sie ganz gern und auch einige Leute dort. Aber ist ja zum Glück alles nur ‚ein Märchen‘.) Zusammen mit der Exfrau von Professor Weissinger – die sich partout nicht abschüttelt lässt – und einem durch Zufall dazugestoßenen, römisch erzogenen Germanen, geht es zurück nach München, und auf in den Kampf gegen Feuerbringer, Seminarleiter und Eichhörnchen.

Dabei geht natürlich das meiste glatt schief. Klar, wie sollte es auch anders sein? Immerhin hat Mara ja noch nicht ganz so viel Erfahrung mit ihrem ‚Job‘ als Weltenretterin, und sie ist gerade mal 14. Außerdem wäre das Buch nach wenigen Seiten zuende, wenn mal alles glatt laufen würde, wäre doch langweilig.

Mehr kann ich nicht so detailiert verraten, aber das Ende wird ein Feuerwerk – teils im wahrsten Sinne. Es kommen ein paar Dinge raus, die man so nie im Leben erwartet hätte.

Jetzt zu meiner Meinung. Naja, die 5 Sterne sieht man ja schon, aber ich fand das Buch eben auch einfach wieder nur genial. Ich wollte es in 24 Stunden durchkriegen … und in weniger als 8 war ich fertig. Die ersten hundert Seiten ging es langsam voran – vermutlich, weil man ständig Pause machen musste, um sich von den einzelnen Lachkrämpfen zu erholen, dann gewann nach und nach mehr die Spannung und ich hab schon regelrecht frenetisch gelesen. Man konnte sich einfach nicht mehr stoppen und WOLLTE wissen, wie es ausgeht. Also fesseln tut das Buch in jedem Fall und diesmal hat es noch einen düstereren Unterton als die letzten beiden Bände, die emotional eher nur in Richtung Lachen ausschlugen. Beim dritten Band musste ich an 2 Stellen wirklich mit den Tränen kämpfen, es tat teilweise richtig weh, zu lesen, aber man konnte auch nicht aufhören. Und ein Buch muss auch weh tun, wenn es traurige Stellen hat. Das beweist, dass es nicht oberflächlich und schal ist, sondern einen auch emotional ergreifen kann. Wie bei einem guten Liebesfilm, da muss man manchmal eben auch weinen – oder ist zumindest kurz davor.

Am Ende ist man aber wieder besänftigt, auch wenn ein leicht flaues Gefühl im Magen zurück bleibt, was aber auch nichts schlimmes ist. Es ist halt abgeschlossen, aber irgendwie auch nicht. Die Möglichkeit für eine Fortsetzung ist irgendwie noch gegeben, oder zumindest kann der Leser die Geschichte noch weiter lesen. Es ist halt kein ‚Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende‘, sondern nur ein ‚Ab nach hause, und alles was danach kommt, ist der Fantasie der Leser überlassen‘.

Jedenfalls kann ich das Buch nur empfehlen, bzw. tu es schon und werde es weiter tun. Aber bitte nicht bei zu jungen Kindern. Wenn Ihr Kind reif genug ist, Harry Potter zu lesen, ist es hierfür auch reif genug, aber wenn Sie ihr Kind noch nicht einmal Bambi oder den König der Löwen schauen lassen, warten Sie besser noch ein paar Jahre. Hier wird eben auch gezeigt, dass das Leben nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern auch traurige Seiten hat.
Für alle, die kein kleines, emotional leicht zerbrechliches Kind mehr sind: LESEN. Ist toll!

Dan Abnett – Torchwood Band 2: Wächter an der Grenze

Also gleich der Rat an Torchwood-Freunde: Lest es nicht.

 

Klar, es gibt zwischendurch Spannung, es gibt mehrere Fälle und Rätsel, die gelöst werden müssen, aber gleich Regel 1 von Torchwood („Jack ist unsterblich“) wird nicht beachtet. Jack hat Angst um sein Leben, verletzt sich so, dass es noch nicht geheilt ist, als er wieder im Hub ist, … Das ist Schwachsinn. Und das nicht, weil sich irgendwas verändert hat. Nein, Jacks Unsterblichkeit ist einfach nicht erwähnt, kommt nicht vor.

 

Außerdem ist das, was mich am meisten interessiert hätte, am Ende nicht gelöst. Ein Geheimnis, einer eigentlich abgerissenen, immer mal wieder auftauchenden Kirche, die eigentlich nur am Rande vorkommt, und nicht weiter untersucht wird. Schade.

 

Worum es genau geht? Hm, da ist zunächst ein komisches Ding, was Leute in den Wahnsinn treibt, so dass sie nicht mehr genau wissen, wer sie sind, was sie machen sollten, sie wollen halt einfach nur das Ding haben. Dann ist da noch ein anderes Ding, was mit einem alten Mann eine Verbindung eingeht, und mal eben seine Feinde auf brutale Weise tötet, dann noch ein Kerl, der Leuten mit Alientechnik das Geld aus den Taschen zieht, und ein mysteriöser Kerl, der einfach mit irgendeinem Auftrag auf der Erde ist. All das wird am Ende aufgelöst und führt irgendwie zusammen, aber ich finde, der Autor hat es sich damit zu einfach gemacht.

 

Achja, und dann wäre da noch ein neuer Kerl bei Torchwood, der auch ein Geheimnis mit sich trägt – und für den Gwen Rhys verlässt. Offenbar sind die Autoren immer der Meinung, Gwen müsse mit jedem Mann ins Bett, obwohl sie fest vergeben ist/war.

 

Mein Fazit jedenfalls: Alles andere als gut. Ich würde es nicht kaufen. Außer, wenn man wirklich GAR nichts anderes mehr zum Lesen hat.

Marc-Uwe Kling – Die Känguru-Chroniken

Bei den Känguru-Chroniken handelt es sich um eine Sammlung kleiner, humorvoller Pseudo-Anekdoten. Worum geht es? Marc-Uwe ist ein Kleinkünstler, der in einer Wohngemeinschaft mit einem Känguru lebt. Das Känguru ist Kommunist und war früher beim Vietkong – außerdem ist es süchtig nach Schnapspralinen.

 

Ich hab mich selten bei einem Buch so weggeschmissen vor Lachen, allerdings fühlte ich mich manchmal auch vom Studium verfolgt. Der eine oder andere große Denker und Soziologe wird erwähnt und wenn man es liest, um sich vom Sozialwissenschaftsstudium zu erholen, hat man manchmal dann doch diesen ‚Waaaah, *irre durch die Gegend renn*‘-Moment. Egal, alles in allem ist das Buch unglaublich gut und sehr zu empfehlen. Wenn ich es mal in einem Laden finde und gerade Geld habe, hol ich mir dann auch das Känguru-Manifest.

Sarah Pinborough – Torchwood Band 10: Into the Silence

In Cardiff ist ein Opernchor-Wettbewerb, doch irgendetwas tötet die Sänger und reißt ihnen die Stimmbänder raus. Um den Fall zu lösen, wird eine Falle gestellt – Ianto Jones schließt sich einem Chor an.

 

Das Buch ist relativ gut, man geht richtig mit. Die Charaktere werden gut getroffen, teilweise ist es relativ gruslig. Nur nervt mich, dass Gwen immer wieder beginnt, von Jack zu schwärmen. Ganz ehrlich, sie ist verheiratet, sie sollte auch endlich gedanklich die Finger von ihm lassen, aber das Problem hab ich auch immer in der Serie. Es hat mich aber so gereizt, dass das Buch keine volle Sternzahl erreichen konnte.