Shaun Usher (Hrsg.) – Lists of note

Lists of Note: Aufzeichnungen, die die Welt bedeuten

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 2015
  • Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
  • ISBN: 978-3-453-27000-8
  • Hardcover 344 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

Eine Sammlung der außergewöhnlichsten und aufschlussreichsten Listen der Weltgeschichte, darunter:

  1. Ein Einkaufszettel von zwei tibetischen Mönchen aus dem 9. Jahrhundert
  2. Die zehn Gebote der Mafia
  3. Isaac Newtons Liste seiner 57 Sünden, die er im Alter von neunzehn Jahren bereits begangen hatte
  4. Galileos Liste an Gegenständen, die er für den Bau eines Teleskops benötigte
  5. Einsteins Liste von Bedingungen an seine erste Frau
  6. Marilyn Monroes Neujahrsvorsätze für das Jahr 1956
  7. Martin Luther Kings Liste an Verhaltensregeln zum Busfahren für schwarze Mitbürger nach Aufhebung der Segregation
  8. Johnny Cashs ‚To do‘-Liste
  9. Michelangelos gezeichneter Einkaufszettel für drei Mahlzeiten
  10. Ratschläge für ‚Rock Chicks‘ von Chrissie Hynde

Und viele mehr

Inhalt: 

Listen aller Art finden sich hier. Teils oberflächlich wirkende, alte Listen mit wünschenswertem Verhalten junger Damen, teils Suchen nach Titeln für Filme. Mal absurd, mal interessant, manche auch etwas belanglos. Fast jede ist entweder mit einem Bild des Originalschriftstücks oder aber mit einem Foto des jeweiligen Verfassers komplettiert.

 

 

Fazit: 

Ein Buch, wie ich es mir normalerweise eigentlich nicht gekauft hätte, weil ich nicht gewusst hätte, was ich davon halten soll. Aber Antonia vom Blog Lauter&Leise hat mir unter anderem dies damals als Gewinn der Classic Confessions geschickt und ich bin sehr froh darüber. Denn ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Buch so spannend finde. Manche Listen, all die Speise- und Einkaufszettel, waren jetzt nicht allzu interessant. Dafür gab es andere, bei denen ich laut gelacht habe, welche, die nachdenklich machten, und besonders interessant ist H. P. Lovecrafts Liste an Romanideen, die man gut als Inspiration nehmen kann, wenn man selbst versucht, schriftstellerisch tätig zu werden.

Diese Sammlung ist also wirklich ein Gewinn für meine Buchsammlung und ich habe die kurzweilige Lektüre sehr genossen.

Haruki Murakami – Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: August 2015
  • Verlag: btb Verlag
  • ISBN: 978-3-442-74900-3
  • Taschenbuch 318 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden. Nach der gemeinsamen Schulzeit geht er zum Studium nach Tokyo. Als er an einem Sommertag voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt, schneiden ihn seine Freunde plötzlich und brechen den Kontakt zu ihm ab. Erst viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-Jährige seiner neuen Freundin Sara und stellt sich den Dämonen seiner Vergangenheit…

Inhalt: 

Schon immer hat Tsukuru sich für Bahnhöfe interessiert. In seinen Augen war es das Einzige, was ihn irgendwie ausmachte. Und so hat er sich schon immer gewundert, warum seine vier Freunde ihn mochten, war er doch farblos, charakterlos, leer. Dennoch bildeten die fünf eine perfekte Harmonie, bis sie ihn plötzlich verstießen. Er könne sich den Grund doch denken. Konnte er nicht.

Die plötzliche Ablehnung seiner Freunde stürzte ihn in ein tiefes Loch, dass er zwar bald wieder hinter sich gebracht hatte, aber eine Wunde zurückließ, die auch 16 Jahre später noch nicht verheilt war. Nachdem er das seiner neuen Freundin offenbart hat, stellt sie klar, dass sie nicht mit ihm schlafen würde, solange ihn diese alte Wunde noch verfolgt.

Halb genötigt, doch auch halb aus ernsthaftem, neu erwachtem Interesse, seine Vergangenheit aufzuklären, macht sich Tsukuru auf die Suche, seine alten Freunde aufzusuchen und alte Wunden aufzureißen, damit sie richtig ausheilen können.

 

Charaktere: 

Viele Charaktere werden beinahe schon liebevoll eingeführt, mit kleinen Besonderheiten, die sie interessant machen, ausgestattet, um dann doch nur Randfiguren zu bleiben. Selbst Freundin Sara und die alte Clique treten nur am Rande auf, erscheinen plastisch dargestellt und doch scheint etwas zu fehlen.

Tsukuru hingegen wird breit diskutiert, kritisiert alles an sich, was er finden kann, selbst. Man lernt seine Vorlieben und Besonderheiten kennen, leidet mit ihm und dennoch scheint er weniger detailliert aufgebaut als so manche Nebenfigur. Vielleicht, weil er sich selbst so sieht, weil er sich selbst als leer und farblos wahrnimmt und die guten Seiten oder liebenswerte Macken an sich gar nicht wahrzunehmen vermag. Diese erfährt man nur kurz von den anderen der Clique, aber nicht genug, um ein vollständiges Bild abzugeben.

So bleiben alle Charaktere noch irgendwie mysteriös. Nicht richtig vollständig, aber auch nicht lieblos erdacht.

 

Fazit: 

Obwohl viele ernsthafte Themen – Depression, Mord, Vergewaltigung – angesprochen werden, schreibt Murakami fast schon unbeschwert leicht. Eine Sprache, die einerseits fremd und ruhig erscheint, andererseits leichtfüßig durch die Geschichte trägt. Die Spannung und Neugier, die sich aufbaut, wirkt so nicht erdrückend, nicht drängend, der Roman selbst kippt aber auch nie in Richtung Langeweile.

Einzig das offene Ende, und, dass die Bedeutung, der Existenzgrund mancher Nebenfiguren nicht aufgeklärt wird, lässt die Geschichte nicht vollkommen rund erscheinen. Zu viel braucht noch Abschluss, als dass man fünf Sterne vergeben könnte.

 

[Kurzrezension] Allan Asherman – The Making Of Star Trek II

Allan Asherman geht in seinem Making Of zum Zorn des Khan von 1982 sehr genau auf die Prozesse vor, während, aber auch partiell nach der Produktion ein.

Während nicht allzu spannend ist, welche Effektfirmen wie lange vorstellig waren, um dann einen Kostenvoranschlag zu erstellen, sind gerade die verschiedenen Ideen, die zur Storyline geführt haben, aber auch winzige Regieentscheidungen, gerade im Zusammenhang mit Spocks Tod, interessant und hintergründig dargestellt.

Etwas mehr Liebe wäre bei der Vorstellung der Enterprise-Crew abseits des Triumvirats schön gewesen. Hier klingen die kurzen Beschreibungen eher wie billige Werbetexte und Interviews wurden nur mit den ‚Stars‘ – mit Ausnahme Shatners – sowie Produzent und Regisseur geführt. Hier wäre noch etwas mehr Liebe zum Detail schön gewesen. Alles in allem aber, auch mit den Behind the Scenes-Fotos und den ersten Zeichnungen für de Effekte, eine schöne und kurzweilige Lektüre für Trekkies.

 

Andreas Izquierdo – Das Glücksbüro

Bildergebnis für das glücksbüro

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 2013
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • ISBN: (Meines ist eine Vorzugsausgabe für Mitglieder des damaligen ‚Club Bertelsmann‘ ohne angegebene Nummer, die ISBN der normalen Ausgabe lautet: 978-3832162252 )
  • Hardcover  269 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

Formulare sind seine Welt. Vordrucke, Dienstvorschriften – wie wunderbar. Stempel drauf! Erledigt von Albert Glück. Sachbearbeiter im Amt für Verwaltungsangelegenheiten. Doch Albert arbeitet nicht nur im Amt, er wohnt auch dort. Von allen unbemerkt, seit über dreißig Jahren. Bis sich eines Tages alles ändert: Ein Antrag landet auf seinem Schreibtisch, den es gar nicht geben dürfte, denn er beantragt – nichts. Um herauszufinden, was dahintersteckt, muss Albert sein geliebtes Amt verlassen. So trifft er auf Anna: Künstlerin Chaotin. Ein Wunder der Unordnung. Und ehe er sichs versieht, steht seine Welt Kopf…

Inhalt: 

Albert Glück ist so ziemlich das Klischee eines Beamten. Nun, nicht das Klischee des Witzes „Was hast du denn gegen Beamte, die tun doch nichts“. Nein, er ist der in Formulare und Stempel verliebte Typ, der nur für seinen Papierkrieg lebt und von dem man das Gefühl hat, dass er im Amt leben müsste. Albert tut das auch. Er ist der unauffällige Typ, der nicht zur Masse gehört, sie von außen beobachtet und die Magie in ihren kleinen Ritualen genießt.

Albert ist zufrieden mit seinem Leben, er ist Stempelmann, derjenige, der in über 30 Jahren nie eine Überstunde gemacht hat. Und seit neuestem rächt er kleine Verfehlungen besonders vorwitziger Kollegen. Doch eines Tages landet ein Antrag auf seinem Schreibtisch, der alles durcheinander bringt. Kein bekanntes Formular. Und schlimmer noch, er kann nicht herausfinden, was genau beantragt wird.

Sein Chef trägt ihm auf, bei der Antragstellerin vorstellig zu werden, um herauszufinden, was sie möchte, doch die weist ihn zunächst ab. Sie stecke nicht dahinter, sagt Anna, als er vor ihr steht. Erst, als Albert sie um Hilfe bittet, der Antrag würde ihn verfolgen, lässt sie sich erweichen und füllt in den ihr tatsächlich fremden Antrag einen Antragsgrund ein. Sie will Glück. Als sie erfährt, dass Albert mit Nachnamen Glück heißt, ist sie begeistert und er wird ihren Einfluss auf sein Leben nicht mehr los, so sehr er es auch versucht. Doch irgendwann stellt er fest, dass das vielleicht gar nicht so schlecht ist. Dass er ihr persönliches Glück sein könnte und umgekehrt. Vielleicht sollte jeder ein kleines bisschen Glück beantragen können?

 

Charaktere: 

Albert ist so der typische Graue-Maus-Charakter aus Liebesgeschichten. Er lebt ein langweiliges Leben und ist damit zufrieden, doch dann etwas über ihn hinein, stellt sein Leben auf den Kopf und er ist nach und nach ganz zufrieden damit. Hat man schon dutzendfach gelesen. Und leider ist es auch hier wieder so, dass man nur eines von beidem haben kann. Ein glückliches oder ein ruhiges und geordnetes Leben. Wiederum ein altbekanntes Klischee aus Romanzen, dass die graue Maus sich ändern muss.

Anna hingegen wird gar nicht groß beschrieben. Sie ist Chaos, das wird gesagt. Und sie scheint kreativ, ein wenig gegen Regeln kämpfend, aber hilfsbereit zu sein. Ansonsten bleibt sie aber relativ schlecht greifbar, weil sie wenig und nur aus Alberts überhöhender Sicht auf sie dargestellt wird.

 

Fazit: 

Obwohl die Grundgeschichte in dutzenden Varianten schon gelesen wurde, und kleinere Schwächen in Charakterisierungen, aber auch Spannungsbogen vorhanden sind, hat das Glücksbüro doch einen Zauber, der einen fesselt, wenn man mal über die etwas drögen ersten sechzig Seiten hinweg gekommen ist. Und obwohl ich persönlich traurig war, dass wieder einmal das Leben auf den Kopf gestellt werden musste, um ein paar kostbare Momente des Glücks für den Protagonisten zu ermöglichen, hat mich die Geschichte doch am Ende bezaubert. Nur die angedeutete politische Botschaft darin hätte vielleicht nicht ganz so deutlich sein müssen.

Peter David – Überleben

Überleben (Star Trek: Starfleet Kadetten #4)

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 1995
  • Verlag: Heyne Bücher
  • ISBN: 3-453-09053-5
  • Taschenbuch   120 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

Durch kriegerische Auseinandersetzungen wurde die gemeinsame Kolonie der Föderation und der Klingonen auf dem abgelegenen Planeten Dantar zerstört.
Starfleet Kadetten und klingonische Kadetten kämpfen gemeinsam ums Überleben auf dieser unwirtlichen Welt mit ihren extremen Wetterbedingungen und ihren unbekannten Gefahren.
Die Vorräte werden knapp. Es kommt erneut zu Reibereien zwischen klingonischen und Starfleet Kadetten, wobei Worf immer wieder durch seine Vermittlungsversuche zwischen die Fronten zu geraten droht.

Aber bald merken sie, dass sie auf dieser Welt nicht allein sind. Dantar ist der Stützpunkt einer unbekannten, gefährlichen raumfahrenden Kriegerrasse. Die jungen Leute müssen unter allen Umständen zusammenhalten und ausharren, bis Hilfe kommt, wenn ihr erster Ausflug in den interstellaren Raum nicht ihr letzter sein soll.
Hintergrund

Inhalt: 

Zu einer gemeinsamen Konferenz eingeladen, müssen drei klingonische und fünf Föderationskadetten bald um ihr Überleben bangen. Nach einem Angriff eines bislang unidentifizierten Feindes haben sie sich tapfer zum Verbleib in der zerstörten Basis gemeldet, weil nicht genug Raum in den Fluchtkapseln war, um alle zu transportieren. Doch mit dem schwachen Sender, der ihnen geblieben ist, können sie niemanden erreichen und mit jedem verstreichenden Tag sinkt auch die Hoffnung, dass die Fluchtkapseln Hilfe holen konnten. Dabei gibt es unter den Verbliebenen zunehmend Spannungen, die nicht mal Worf, der als klingonischer Sternenflottenkadett zwischen beiden Gruppen steht, verhindern kann.

Als dann durch Zufall das abgestürzte Schiff des Feindes, samt dessen Piloten, gefunden wird, bringt das für die acht Kadetten gleichzeitig tödliche Gefahr und neue Hoffnung, gerettet zu werden.

 

Aufbau:

In zwölf, teils mit großen, aber guten Zeichnungen illustrierten Kapiteln erstreckt sich die Geschichte über nur 120 Seiten, hätte durchaus aber mehr füllen können, ohne langweilig zu werden.

 

Charaktere: 

Hier lernen wir Worf, den späteren Sicherheitsoffizier der USS Enterprise D als Kadetten kennen, der als Anführer der Sternenflottenoffiziere mit der späteren Botschafterin K’Ehleyr, der Anführerin der Klingonen, kooperieren muss, um zu überleben. Worf wirkt ein wenig out of character, ist er hier doch deutlich besonnener und kontrollierter als in der späteren Serie. K’Ehleyr ist aber wie gewohnt ruhig, mutig und stark.

Insgesamt ist die Dynamik zwischen allen beteiligten Charakteren interessant. Trotz der Kürze werden alle, mit Ausnahme eines Klingonen, mit ihren Eigenheiten dargestellt und so greifbar gemacht. Auch kleine Marotten, die Nebencharaktere liebenswert erscheinen lassen, wurden eingearbeitet.

 

Fazit: 

Obwohl ich eigentlich lieber TOS-Bücher lese, wenn es um Star Trek geht, hat mich ‚Überleben‘ doch sofort gefesselt und obwohl ich es nur zum Sport lesen wollte, weil mein Hauptbuch dafür zu schwer ist, konnte ich es hinterher nicht mehr aus der Hand legen.

Dennoch muss ich einen Stern abziehen, und zwar tatsächlich weil dieses Buch mir zu kurz war. Normalerweise mag ich kurze Romane, die unnötige Schwafelei auslassen, doch hier hätte ich mir noch mehr Tiefe, noch mehr Charakterstudie gewünscht, weil die Situation mit vier verschiedenen Spezies (Klingone, Mensch, Brikar und Vulkanier) sicher noch einiges mehr hätte hergeben können. Dabei ist die Geschichte in sich durchaus geschlossen und das Ende zufriedenstellen. Man fühlt sich nicht leer zurückgelassen. Aber dennoch habe ich das Gefühl, dass es noch etwas besser hätte werden können, hätte man sich nur noch ein paar Seiten mehr Platz gelassen.

Markus Barth – Der Genitiv ist dem Streber sein Sex

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: Januar 2011
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 978-3-499-25514-4
  • Taschenbuch  208 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

 

Klappentext: 

DEIN HANDY WIRD IMMER KLÜGER. ABER VIELLEICHT NUR IM VERGLEICH MIT DIR?

Was für großartige Zeiten! Überall Smartphones, Einrichtungsshows, Wellnesstees. Für jedes Problem gibt es ein Internetportal, deine Joggingklamotten rennen fast von allein, und beim Reden und Schreiben hilft Bastian Sick.

Also alles super?

Bestimmt. Aber bevor Markus Barth beruhigt die Füße hochlegt, hätte er noch ein paar Fragen: Warum haben die Versender von Spam unsere E-Mail-Adressen, aber kein Rechtschreibprogramm? Ist es okay, Fleisch von glücklichen Tieren zu essen, oder sollte man lieber die unglücklichen schlachten? Und warum fühlt sich dieses rundum verbesserte Leben 2.0 so gar nicht besser an als das Leben zuvor?

Inhalt: 

Oft ehrlich, teils herrlich überspitzt nimmt Markus Barth das Leben in der Neuzeit auseinander, von Hundeerziehungs-Nazis, über männliche Schlafbekleidung bis hin zum Altwerden, also dem Leben über 30.

 

Aufbau:

Mit kurzen, nicht zusammenhängenden Kapiteln ist dieses Buch ideal für Busfahrten, Wartezimmer und andere Momente, in denen man jederzeit wieder rausgerissen werden kann.

 

Fazit: 

Verliebt habe ich mich in das Buch nicht, es aber dennoch sehr genossen. Wo Urban Priol, Vince Ebert und Co. versagen, gelingt es Barth scheinbar mühelos, Texte, die auf der Bühne funktionieren würden, auch in schriftlicher Form wirken zu lassen. Kabarett zum Lesen.

[Kurzrezension]Andreas Lehmann – Heiraten ist gut gegen Depressionen

Bildergebnis für heiraten ist gut gegen depressionenAuch wenn der Untertitel auf amerikanische Wissenschaftler eingeht und damit eine gewisse Lächerlichkeit andeuten möchte – weil zumindest das Klischee existiert, dass amerikanische Studien nicht glaubhaft sind -, so kommen hier Studien aus aller Herren Länder vor. Mehrfach welche des Max-Planck-Instituts in Deutschland, aber auch England, Russland und Skandinavien.

Damit ist schon verraten, dass dieses Buch trotz des Humor andeutenden Titels gar nicht dafür gemacht ist, die Studien ins Lächerliche zu ziehen. Statt dessen ist es vielmehr eine Sammlung von Studien, die teilweise schon bekannt, weil medial kommuniziert, oft aber für den Normalzeitungsleser noch unbekannt sind.

Der Autor enthält sich hierbei weitestgehend Kommentaren, mit Ausnahme der jeweiligen Kapiteleinleitung, so dass die Studien für sich stehen. Einzig vermutlich als verdeckter Kommentar gewählt ist die letzte Studie, die besagt, dass die meisten veröffentlichten Studien anzuzweifeln sind, wegen zu geringer Stichproben, Rechen- und Interpretationsfehlern, …

Das Gefühl hat man auch beim Lesen der Studien selbst. Obwohl viele der ‚Ergebnisse‘ interessant klingen, ist doch anzuzweifeln, ob sie einer Wiederholung der Studie standhalten würden. Dennoch ist das hier ein ganzes Arsenal an zu überprüfenden Thesen, die meinen Forschungsdrang geweckt haben.

Abzug muss ich allerdings wegen fehlender Quellen geben. Würde ich jetzt die Regressionsanalysen, die Fehlerwahrscheinlichkeiten, die Stichprobengrößen, so im Buch nicht erwähnt, und bei Experimenten die tatsächliche Zufallsverteilung überprüfen wollen, um mir selbst ein Bild von der Glaubhaftigkeit der Studie machen zu können, so müsste ich lange suchen. Für denjenigen, der aber nicht selbst mit Statistikprogrammen und wissenschaftlicher Datenverarbeitung umgehen kann und den es deshalb nicht in den Fingern juckt, das hier auch zu nutzen, für den könnte das ein amüsantes, und teilweise auch erhellendes Lesevergnügen sein. (Für mich auch, nur will ich jetzt eben die Studien replizieren und habe nicht die Mittel und nicht die Mitarbeiter und das ist Folter.)

Cecilia Ahern – Ein Moment fürs Leben

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: Dezember 2012 (3. Auflage)
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • ISBN: 978-3596186822
  • Taschenbuch  464 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Was machst du, wenn dein Leben sich mit dir treffen will? Gehst du hin?

Inhalt: 

Lucy Silchester wurde in einer Familie aus hohen Erwartungen geboren. Kein Wunder, dass sie da auch anfängt, sich selbst zu belügen. Sie hat einen tollen Job und vermisst das hohe Gehalt ihres alten Jobs nicht. Sie hat eine riesige Wohnung verkauft, weil sie sich in ihrer neuen, winzigen Wohnung, in der sie übers Sofa klettern muss, um in die Küche zu kommen, viel wohler fühlt. Und sie hat ihren perfekten, erfolgreichen Freund verlassen, der ihr auch jetzt, fast drei Jahre später, in seiner Reisesendung immer noch sagt ‚Ich wünschte, du wärst hier‘. Sagt sie sich. Weil es leichter ist.
Dann aber versucht ihr Leben, mit ihr Kontakt aufzunehmen und so sehr Lucy es auch ignorieren will, irgendwann wird es so nervig, dass sie es nicht mehr kann. Und ihr Leben sieht verloddert und ungesund aus. Also nimmt es nun selbst die Sache in die Hand und versucht, Lucy wieder auf den richtigen Weg zu schubsen, auch wenn die ein Talent dazu hat, alles gleich wieder einzureißen, was sie aufgebaut hat.

 

Charaktere: 

Die Hauptfigur erscheint anfangs sehr nervig. Sie belügt sich selbst und ist so sehr festgefahren, dass sie nichts ändern kann und will, auch wenn sie eigentlich weiß, dass es nötig wäre. Aber mit der Zeit wird sie einem wider Erwarten doch sympathisch.

Auch die Nebencharaktere sind alle gut ausgereift in ihren Charakterzügen, haben alle ihre Eigenheiten und driften nicht ins Unglaubwürdige ab.

 

Fazit: 

Bisher der beste Ahern-Roman für meinen Geschmack. Teils unterhaltsam, teils spannend und eine glaubhafte Romanze. Einzig und allein gestört hat mich, dass Lucy, die Protagonistin, anfangs doch etwas mit ihrer Art genervt hat.