Tommy Krappweis – Das Vorzelt zur Hölle

Nachdem ich schon bei einer kurzen Testlesung dabei sein konnte, vor einem Jahr, kannte ich einen Teil davon schon. Und auch von Videos, die vor der Veröffentlichung gepostet wurden, kannte ich ein paar Ausschnitte, doch das ganze noch mal nachlesen zu können? Doch ich greife vorweg, also ganz zum Anfang.

 

Das Vorzelt zur Hölle ist Tommys Verarbeitung seiner Kindheit – mit der anderen Sicht von seinem Vater gleich dazu. Was war denn so schlimm daran? Nun, er wollte seine Ruhe, Entspannung, einfach Urlaub, und seine Eltern? Campen. So richtig. In Gegenden, wo kein normaler Mensch sich überhaupt hinwagen würde. Und selbst da wurde er nicht in Ruhe gelassen, sondern durfte im Boot kentern, die Tierwelt kennen lernen – nicht auf die gute Art – und zunächst einmal tagelang anreisen, durch ‚Egal, es ist überall heiß und scheiße‘-Land.

 

Klingt wie hemmungsloses Meckern, einfaches auskotzen und natürlich maßloses Übertreiben, aber von wegen. Zum einen kann Tommy sich so auskotzen, dass es für Leute, die das NICHT ertragen mussten, sehr amüsant ist, und zum anderen merkt man bei den Erzählungen seines Vaters: Das ist höchstens untertrieben.

 

Sehr skurrile Geschichten, bei denen man froh ist, dass man nicht dabei ist, über die man sich zuhause auf dem Sofa aber köstlich amüsieren kann, das alles bietet das Vorzelt zur Hölle. Und am Ende hat man sogar etwas Fernweh. Aber zumindest in meinem Fall auf die Erkundung der Landschaften mit Rückzugsmöglichkeit in ein Hotelbett, dass von einer Klimaanlage kühl umweht wird.

 

Fazit jedenfalls: Unbedingt lesen. DRINGEND!

Cornelia Funke – Reckless

Ein Bruder, der langsam zu einem Wesen aus Stein – und damit zum Feind – wird, und ein zweiter Bruder, der das mit allen Mitteln verhindern will. Dazu ein Mädchen, dass sich in einen Fuchs verhindern kann, ein Mädchen, dass wie die Brüder aus unserer Welt in die Spiegelwelt kam, und den steinwerdenden Bruder liebt. Ach, und dazu noch ein Krieg und jede Menge Fabelwesen.

 

Ehrlich gesagt ist mir das Buch etwas zu nervig geschrieben. Ich mag Cornelia Funke, aber die Tintenwelt-Bücher sind deutlich besser. Die Welt hinter dem Spiegel aus Reckless ist ein wenig sehr kindisch in der Aufmachung und diese ganzen Konflikte zwischen den einzelnen Wesen nerven. Von Toleranz hat da wohl keiner gehört und darum ist auch niemand bemüht.

 

Und dann geht natürlich alles schief, was man schon vorher weiß, weil das Buch sonst ja schon zuende wäre und man ja sieht, dass es noch 200 Seiten gibt. Außerdem regte mich auf, dass sie ständig Stalagmiten und Stalagtiten mit Tropfsteinen verglich. Stalagmiten und Stalagtiten SIND TROPFSTEINE!!!

 

Alles in allem hat mich das Buch zwar einigermaßen gut unterhalten, war aber kein Meisterwerk. Als leichte Kost nebenbei ist es zu empfehlen, aber nicht, wenn man richtig in ein Buch eintauchen und sich darin verlieren möchte.

ABER: Die letzten 100 Seiten werden tatsächlch spannend und verfliegen im Fluge. Nur die 300 Seiten davor waren irgendwie zu viel.

Terry Pratchett – Fliegende Fetzen

Zunächst mal taucht ein neuer Kontinent, oder vielmehr eine Insel, im Meer auf, weshalb zwei Staaten ( Ankh-Morpork, eher ein Stadtstaat und die größte Stadt der Scheibenwelt, und Klatsch, ein Wüstenstaat) das neue Land für sich wollen. Dann gibt es viel Politik und huch, auf einen Diplomaten von Klatsch wird ein Anschlag verübt und eine Verbrecherjagd mit überraschendem Ergebnis beginnt.

 

Ich liebe Pratchett, wirklich, aber hier hing ich ab und an. Es ist ein wenig langatmig, und das, obwohl ein paar meiner Lieblingscharaktere der Scheibenwelt auftauchen. Also nur etwas für wirkliche Pratchettfans, die gleichzeitig Geduld mitbringen. Es gibt deutlich bessere Romane von ihm.

Tommy Krappweis – Mara und der Feuerbringer Band 3: Götterdämmerung

Nachdem Mara den Feuerbringer die letzten beiden Male nur schwächen, keineswegs aber besiegen konnte, muss man wieder in den Kampf ziehen – und dafür erst einmal aus dem Nichts raus, zu dem die Umgebung von Detmold wurde, nachdem Mara aus Versehen dort so ziemlich alles zerstört hatte. (Nebenbei schade um die Stadt, mag sie ganz gern und auch einige Leute dort. Aber ist ja zum Glück alles nur ‚ein Märchen‘.) Zusammen mit der Exfrau von Professor Weissinger – die sich partout nicht abschüttelt lässt – und einem durch Zufall dazugestoßenen, römisch erzogenen Germanen, geht es zurück nach München, und auf in den Kampf gegen Feuerbringer, Seminarleiter und Eichhörnchen.

Dabei geht natürlich das meiste glatt schief. Klar, wie sollte es auch anders sein? Immerhin hat Mara ja noch nicht ganz so viel Erfahrung mit ihrem ‚Job‘ als Weltenretterin, und sie ist gerade mal 14. Außerdem wäre das Buch nach wenigen Seiten zuende, wenn mal alles glatt laufen würde, wäre doch langweilig.

Mehr kann ich nicht so detailiert verraten, aber das Ende wird ein Feuerwerk – teils im wahrsten Sinne. Es kommen ein paar Dinge raus, die man so nie im Leben erwartet hätte.

Jetzt zu meiner Meinung. Naja, die 5 Sterne sieht man ja schon, aber ich fand das Buch eben auch einfach wieder nur genial. Ich wollte es in 24 Stunden durchkriegen … und in weniger als 8 war ich fertig. Die ersten hundert Seiten ging es langsam voran – vermutlich, weil man ständig Pause machen musste, um sich von den einzelnen Lachkrämpfen zu erholen, dann gewann nach und nach mehr die Spannung und ich hab schon regelrecht frenetisch gelesen. Man konnte sich einfach nicht mehr stoppen und WOLLTE wissen, wie es ausgeht. Also fesseln tut das Buch in jedem Fall und diesmal hat es noch einen düstereren Unterton als die letzten beiden Bände, die emotional eher nur in Richtung Lachen ausschlugen. Beim dritten Band musste ich an 2 Stellen wirklich mit den Tränen kämpfen, es tat teilweise richtig weh, zu lesen, aber man konnte auch nicht aufhören. Und ein Buch muss auch weh tun, wenn es traurige Stellen hat. Das beweist, dass es nicht oberflächlich und schal ist, sondern einen auch emotional ergreifen kann. Wie bei einem guten Liebesfilm, da muss man manchmal eben auch weinen – oder ist zumindest kurz davor.

Am Ende ist man aber wieder besänftigt, auch wenn ein leicht flaues Gefühl im Magen zurück bleibt, was aber auch nichts schlimmes ist. Es ist halt abgeschlossen, aber irgendwie auch nicht. Die Möglichkeit für eine Fortsetzung ist irgendwie noch gegeben, oder zumindest kann der Leser die Geschichte noch weiter lesen. Es ist halt kein ‚Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende‘, sondern nur ein ‚Ab nach hause, und alles was danach kommt, ist der Fantasie der Leser überlassen‘.

Jedenfalls kann ich das Buch nur empfehlen, bzw. tu es schon und werde es weiter tun. Aber bitte nicht bei zu jungen Kindern. Wenn Ihr Kind reif genug ist, Harry Potter zu lesen, ist es hierfür auch reif genug, aber wenn Sie ihr Kind noch nicht einmal Bambi oder den König der Löwen schauen lassen, warten Sie besser noch ein paar Jahre. Hier wird eben auch gezeigt, dass das Leben nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern auch traurige Seiten hat.
Für alle, die kein kleines, emotional leicht zerbrechliches Kind mehr sind: LESEN. Ist toll!

Dan Abnett – Torchwood Band 2: Wächter an der Grenze

Also gleich der Rat an Torchwood-Freunde: Lest es nicht.

 

Klar, es gibt zwischendurch Spannung, es gibt mehrere Fälle und Rätsel, die gelöst werden müssen, aber gleich Regel 1 von Torchwood („Jack ist unsterblich“) wird nicht beachtet. Jack hat Angst um sein Leben, verletzt sich so, dass es noch nicht geheilt ist, als er wieder im Hub ist, … Das ist Schwachsinn. Und das nicht, weil sich irgendwas verändert hat. Nein, Jacks Unsterblichkeit ist einfach nicht erwähnt, kommt nicht vor.

 

Außerdem ist das, was mich am meisten interessiert hätte, am Ende nicht gelöst. Ein Geheimnis, einer eigentlich abgerissenen, immer mal wieder auftauchenden Kirche, die eigentlich nur am Rande vorkommt, und nicht weiter untersucht wird. Schade.

 

Worum es genau geht? Hm, da ist zunächst ein komisches Ding, was Leute in den Wahnsinn treibt, so dass sie nicht mehr genau wissen, wer sie sind, was sie machen sollten, sie wollen halt einfach nur das Ding haben. Dann ist da noch ein anderes Ding, was mit einem alten Mann eine Verbindung eingeht, und mal eben seine Feinde auf brutale Weise tötet, dann noch ein Kerl, der Leuten mit Alientechnik das Geld aus den Taschen zieht, und ein mysteriöser Kerl, der einfach mit irgendeinem Auftrag auf der Erde ist. All das wird am Ende aufgelöst und führt irgendwie zusammen, aber ich finde, der Autor hat es sich damit zu einfach gemacht.

 

Achja, und dann wäre da noch ein neuer Kerl bei Torchwood, der auch ein Geheimnis mit sich trägt – und für den Gwen Rhys verlässt. Offenbar sind die Autoren immer der Meinung, Gwen müsse mit jedem Mann ins Bett, obwohl sie fest vergeben ist/war.

 

Mein Fazit jedenfalls: Alles andere als gut. Ich würde es nicht kaufen. Außer, wenn man wirklich GAR nichts anderes mehr zum Lesen hat.

Marc-Uwe Kling – Die Känguru-Chroniken

Bei den Känguru-Chroniken handelt es sich um eine Sammlung kleiner, humorvoller Pseudo-Anekdoten. Worum geht es? Marc-Uwe ist ein Kleinkünstler, der in einer Wohngemeinschaft mit einem Känguru lebt. Das Känguru ist Kommunist und war früher beim Vietkong – außerdem ist es süchtig nach Schnapspralinen.

 

Ich hab mich selten bei einem Buch so weggeschmissen vor Lachen, allerdings fühlte ich mich manchmal auch vom Studium verfolgt. Der eine oder andere große Denker und Soziologe wird erwähnt und wenn man es liest, um sich vom Sozialwissenschaftsstudium zu erholen, hat man manchmal dann doch diesen ‚Waaaah, *irre durch die Gegend renn*‘-Moment. Egal, alles in allem ist das Buch unglaublich gut und sehr zu empfehlen. Wenn ich es mal in einem Laden finde und gerade Geld habe, hol ich mir dann auch das Känguru-Manifest.

Sarah Pinborough – Torchwood Band 10: Into the Silence

In Cardiff ist ein Opernchor-Wettbewerb, doch irgendetwas tötet die Sänger und reißt ihnen die Stimmbänder raus. Um den Fall zu lösen, wird eine Falle gestellt – Ianto Jones schließt sich einem Chor an.

 

Das Buch ist relativ gut, man geht richtig mit. Die Charaktere werden gut getroffen, teilweise ist es relativ gruslig. Nur nervt mich, dass Gwen immer wieder beginnt, von Jack zu schwärmen. Ganz ehrlich, sie ist verheiratet, sie sollte auch endlich gedanklich die Finger von ihm lassen, aber das Problem hab ich auch immer in der Serie. Es hat mich aber so gereizt, dass das Buch keine volle Sternzahl erreichen konnte.

Tommy Krappweis – Mara und der Feuerbringer Band 1

Wie manch einer ja schon weiß, hat mein geliebtes Duivelspack zusammen mit ein paar anderen den Erfinder von Bernd dem Brot zu einer Romantrilogie inspiriert. Gut, bisher sind erst zwei Teile draußen, aber man braucht ja auch noch was, worauf man sich freuen kann, oder? Jedenfalls kam ich eigentlich dazu, indem das Duivelspack gesagt hat ‚Schaut mal, ein Trailer, unsere Musik ( http://www.youtube.com/watch?v=irLzStQF6i0 ), und wenn sich 250.000 Bücher verkaufen, wird es einen Film geben, den wir vertonen dürfen‘.
Dachte sich das kleine Birgit ‚Okay, selbst wenn das Buch Schrott ist, ich will unbedingt einen Film mit Duivelspackmusik‘, ging zu einem bestimmten, großen Online-Laden und kaufte sich das. Und obwohl ich sehr viel in der Uni zu tun hatte, hatte ich zwei Wochen später auch Band 2 durch und Band 1 ein zweites Mal gekauft, um es meiner Schwester zu schenken. Tja, shit happens. Aber damit mussten alle anderen eben nur nich 249.997 Bücher kaufen. Hat auch was für sich.

Jedenfalls ist Mara und der Feuerbringer ein Jugend-Fantasyroman, basierend auf nordisch-germanischer Mythologie, aber Achtung, wie Mara selber so schön sagt: Nur, weil die Professoren noch keinen Beweis für etwas gefunden haben, heißt es nicht, dass es nicht existiert haben kann, sprich: Es hält sich jetzt nicht unbedingt genau an den Mythen fest, sondern mischt da schon etwas rum. Ist ja auch kein Historienroman, sondern Fantasy.

Mara, ein verträumter Teenager unserer heutigen Zeit, lebend in München, hat plötzlich Visionen. Außerdem spricht plötzlich ein Zweig mit ihr, wobei sie die reine Möglichkeit vorher nur für ausgekochten Blödsinn ihrer Möchtegern-Hexen-Mum gehalten hat, die so etwas übrigens nicht schafft, sondern einen armen Baum rein einseitig zugelabert hat. Und ausgerechnet dieser Zweig sagt ihr, sie möge doch bitte den Halbgott Loki davon abhalten, sich zu befreien, achja, und nebenbei das Ende der Welt verhindern. Dabei weiß Mara noch nicht einmal, wer dieser Loki denn bitte sein soll – und ihre Visionen ärgern sie auch ständig – ist ja üüüüberhaupt nicht peinlich, einfach mal in der Öffentlichkeit umzukippen, nur, weil man plötzlich wieder etwas sieht, was andere nicht sehen können.  Da muss Hilfe her. Und zum Glück lebt tatsächlich noch einer der Leute, die sich mit der Mythologie professionell beschäftigt haben. Also nichts wie zur Uni, um den Professor, einen ziemlich unordentlichen, anfangs etwas rechthaberischen Mann auszufragen, ohne sich zu verraten.

So brechen Mara und der Professor ziemlich bald in ein doch etwas größeres Abenteuer auf, das sich aber irgendwie nicht ganz so entwickelt wie gedacht – und warum muss ausgerechnet Wagner, dieser Operntyp, der doch keine Ahnung hat, mitmischen?

( Zusammenfassung von mir, bessere gibt es bei besagtem Buchladen 😉 . )

Ich jedenfalls fand das Buch unglaublich witzig, aber auch spannend. Und Band 2 wurde sogar noch besser. Einziger Nachteil, rein privater Natur: Der olle Tommy hat es geschafft, dass ich den erfundenen Prof haben will. Aber das hat immerhin zu sehr interessanten Gesprächen mit ihm via Facebook geführt ( der Mann ist echt lieb und scheinbar für jeden Blödsinn zu haben, tut aber für’s Buch nix zur Sache ). Fazit jedenfalls: Sehr zu empfehlen, wenn man die Mythen nicht zu ernst und verbissen nimmt, und wenn man noch genug Kindlichkeit bewahrt hat, sich auch in eine 14-jährige reinzudenken.

Friedrich Dürrenmatt – Romulus der Große

Romulus ist der bisher letzte Herrscher des römischen Reiches, beziehungsweise eines Teils, da Rom schon in 2 Reiche zerfallen ist. Und nun sind die Germanen, in diesen barbarischen Beinkleidern – Hosen – auf dem Vormarsch, wobei Rom bankrott ist und am Abgrund steht…

 

Ich mag Dürrenmatt eigentlich sehr gerne, aber er ist ein wenig düster. Eigentlich soll dieses Stück in 4 Akten eine Komödie sein und hat im ersten Akt auch deutlich solche Elemente, aber es wird immer düsterer, unkomischer, stimmungsdrückender. Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Spielen würde ich es in jedem Fall gerne, aber rein zur Unterhaltung lesen, kann man es nicht. Auch, wenn es den eigenen Alltag nicht wirklich berührt, ist das Stück doch etwas, was zum Nachdenken anregt. Also nichts für den 0-8-15-Spaßleser, sondern eher was für die, die beim Lesen auch gerne ihr Hirn einschalten. Zu Empfehlen ist es aber in jedem Fall.